130 000 Besucherinnen und Besucher, 37 Veranstaltungen mit Eintritt (24 ausverkauft), zehn Kindertheaterstücke (neun ausverkauft), fünf Open-Air-Kinovorstellungen (drei ausverkauft) und 48 Beschicker auf dem Kunsthandwerkermarkt: Bereits die nackten Zahlen des Kulturufers beeindrucken.
Zehn Tage lang „kultureller Ausnahmezustand“
Zum 35. Mal herrschte in Friedrichshafen zehn Tage lang „kultureller Ausnahmezustand“, wie es der stellvertretende Amtsleiter des Kulturbüros, Franz Hoben, formuliert. Das Besondere des Festivals sei sein Ort mitten im Lebensraum, ohne Türen und Mauern. So finde hier Kultur für alle statt: „Das Kulturufer hat wieder gezeigt, welche Schönheit in unserer Unterschiedlichkeit liegt.“ Das Festival setzt nämlich nicht nur mit einer Aktionswiese für Kinder, dem „Jugend-KULT-Ufer“, Musik, Artistik und Kunsthandwerk auf eine Vielfalt an Angeboten, sondern zieht auch ein besonders vielfältiges Publikum an.

Wetter genau richtig: nicht zu warm und nicht zu kalt
„Niederschwellig“ sei das Angebot gedacht, betont auch der Amtsleiter des Kulturbüros, Winfried Neumann, und freut sich rückblickend besonders über das Wetter, das genau richtig gewesen sei: nicht zu warm und nicht zu kalt. Darin vermutet er auch den Grund für die Zunahme der Zuschauerzahl und die vielen ausverkauften Programmpunkte.

Besonders freut sich hier Regine Ankermann vom Kulturverein Caserne, die das Open-Air-Kino Jahr für Jahr ehrenamtlich betreut: „So gut besucht war es noch nie.“ So habe es zusätzlich zu 600 zahlenden Gästen in den ausverkauften Filmvorführungen noch zahlreiche Zaungäste gegeben, die teilweise wacker stehend den gesamten Film durchhielten. „Bohemian Rhapsody“ sei hier der „Knaller zum Schluss“ gewesen.

Die Polizei wurde nicht gebraucht
6000 Cafégäste konnte das Jugendzentrum Molke im Bereich des „Jugend-KULT-Ufers“ zählen, 1000 Jugendliche werkelten in den beiden Werkstätten rund um die Themen Klimaschutz und UN-Kinderrechtskonvention. Letztere griff auch das Spielehaus auf seiner Aktionswiese auf. Dort spielten bis zu 1500 Kinder mit ihren Eltern. Selbst am verregneten ersten Samstag seien 600 Besucher gekommen. „Wir sind glücklich, zufrieden, geschafft“, freut sich die Leiterin des Spielehauses und Spielebusses, Margerete Beck, über die „unheimlich schöne und friedvolle Atmosphäre“. Den friedvollen Charakter des Festivals bestätigt auch Petra Schömer vom Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung: „Die Polizei sagte mir heute früh: Wir wurden nicht gebraucht.“