Die Frage: “Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle?“ ließ sich am Donnerstagabend ganz leicht beantworten. Einfach, weil der Weiberball der Berggeister Aftholderberg unter dem Motto „Ladies Night… der Berg ist heißer als die Hölle“ im Gasthaus „Frieden“ ein gewohnt höllisch gutes Programm verhieß.
Aus Engelchen wird Teufelchen

Als „Engelchen“ führte Michelle Widmann durchs Programm, ihr Moderatoren-Gegenpart war „Teufelin“ Annette Schatz. „Engelchen“ war aus dem Himmel verbannt worden und landete direkt in der Hölle. Aus dem „Goldenen Buch“ berichtete die Teufelin von den Verfehlungen des Engels. „Engelchen“ hatte Weihrauch für die Shisha und Messwein geklaut, die Himmelschorproben geschwänzt und war zu guter Letzt sogar in den Garten Eden eingebrochen, hatte dort eine Mega-Party gefeiert, alle mit Myrrhe bekifft gemacht und als Schlange verkleidet jedem Engel den Sündenapfel angeboten. Ferner hatte Engelchen die Finger im Spiel, dass die Heiligen Drei Könige nicht schon am 24. Dezember beim Jesuskind ankamen, sondern erst am 6. Januar. Zusehens verwandelte sich das Engelchen im Laufe des Abends aufgrund seiner Verfehlungen immer mehr zum Teufelchen und fand es schließlich bei dieser Party hier unten in der Hölle viel „cooler“ als dort oben.
Auf der Suche nach einem „Neuen“

Die Weiber vom Hügel der Lust hatten beim Ableben ihrer Männer nachgeholfen. Nun hofften die Witwen wieder auf einen neuen Mann, entweder auf einen der Herdwanger Bürgermeisterkandidaten oder gar einen aus dem Gemeinderat? Der einzige Mann im Saal und Einzelkämpfer des männlichen Geschlechts war Alleinunterhalter Reinhold Hospach, der mit mitreißender Musik die höllisch-heiße Stimmung am Kochen hielt. Auch die Philippinische Tanzgruppe befeuerte mit ihren beiden Tänzen das Weiberball-Geschehen.
Wer geht freiwillig nach Pfullendorf?

Vroni (Veronika Treubel) als Waltraud und Heidi (Heidemarie Drummer) als Priska, „Die Zwei vom Aachtobel“, gerieten durch den Bürgermeisterwechsel von Ralph Gerster nach Pfullendorf in Stress. Um dem „armen Hund“ zu helfen, brachte Priska sogar Hundekekse mit. Sie stellten fest, dass die Städter (Pfullendorfer) bei der Bürgermeisterbesetzung bereits zum zweiten Mal die Hilfe vom Land beanspruchen mussten und „Überlandhilfe“ geleistet werden musste. „Wer goht scho freiwillig ge Pfullendorf, außer er wird eingemeindet?“ fragten sich die Zwei vom Aachtobel.
In ihrer Zugabe richteten sie ein musikalisches Dankeschön an die jungen Berggeister-Frauen für den Fortbestand des Weiberballs. Nachdem das Weiberball-Urgestein Maria Lorenz vor Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, hatten sich die jungen Berggeister-Frauen dem Weiberball erfolgreich angenommen und 2019 den ersten Weiberball unter ihrer Regie gefeiert. „Es ist der Hammer, kurz vor 18 Uhr waren die ersten Gäste da“, freute sich Annette Schatz und das Organisatorenteam über ein volles Haus mit 180 Gästen.
Warum wurde nicht „Nein“ gesagt?

Zu „Mama Lou“ und „Some Girls“ wirbelten „Susi‘s Devil Dancers“ über die Bühne. „Warum wurde zur Diät, der „Mitteilerei“ in den Sozialen Medien, großen Wohnblockbauten in der Innenstadt, dem Bürgermeisterposten in Pfullendorf oder dem Neubau der Stadtwerke neben dem denkmalgeschützten Haus nicht „Nein“ gesagt? Das fragten sich die „Nein“-Sagerinnen“ der Gruppe Lady Fit.

„Man sieht, alt‘ Holz gibt gut Feuer“, meinte „(B)Engelchen“ zu den „Hot Granny‘s“ von Cool Runnings, die zunächst bedauernswert schwerfällig die Bühnenstufen erklommen, oben jedoch zu neuem Leben fanden.
Ausgezogen bis aufs Nachthemd

Ursel Haiß berichtete schließlich als „Äpfelweible“ über eine „hoisse Night“, eine „fast wahre Geschichte, die sich am Fasnetsdienstag 2020 ereignet habe, und legte dabei Schicht für Schicht die Kleidung ab, bis sie sich schließlich im Nachtgewand präsentierte.