Die Donaustraße in Geisingen ist abgesperrt – wie schon vor elf Monaten. Damals, am 8. April, brannte die komplette Firma Holzdesign Rapp ab. Die Existenzgrundlage der Familie war von heute auf morgen zerstört.
Jetzt hingegen parken dort viele Handwerker, ein Kran steht bereit, es geht hektisch zu. Seit Anfang Dezember entsteht hier der Neubau der Schreinerei von Ralf und Claudia Rapp.

Neubau nimmt Gestalt an
Direkt nach dem Brand hätten sie den Entschluss gefasst, die Schreinerei wieder aufzubauen, erzählen die Rapps. Ihr optimistisches Ziel: Bis Jahresende 2021 sollte der Neubau stehen. Das haben sie nicht ganz geschafft, doch der Bau nimmt langsam Gestalt an.
Trotz Verzögerungen nie den Mut verloren
Der Grund für Verzögerung sei die Bürokratie gewesen, von der man nach einem Brand eine Menge erledigen müsse: Entsorgung, Schadstoffuntersuchung, Gespräche mit der Versicherung und schließlich noch der Neubau. Hinzu sei noch der Rohstoffmangel an Holz gekommen, berichtet Ralf Rapp. Er sagt, sie hätten dennoch nie den Mut verloren – auch wenn sie manchmal frustriert gewesen seien.

Denn das gesamte Wohnhaus habe nach dem Brand saniert und dekontaminiert werden müssen. Zusätzlich sei ein neuer Brandschutzgiebel errichtet worden, der Ende November vergangenen Jahres mit Betonfertigteilen erstellt werden konnte. Anfang Dezember rückte die Riedböhringer Firma Fluck an und erstellte innerhalb von knapp zwei Wochen den kompletten Rohbau – wenige Tage nach Weihnachten fand das Richtfest statt.
Erste Maschinen werden geliefert
Inzwischen seien im Gebäude kilometerlange Kabelstränge für die Strom- und EDV-Versorgung des neuen Maschinenparks verlegt worden, die Fußbodenheizung stehe und die Bodenplatten seien gegossen. Absauganlagen für Sägespäne und –staub, sowie die Druckluftanlage wurden ebenfalls installiert.

Und nun rollen die ersten Maschinen an, berichtet Rapp, und das trotz langer Lieferzeiten. Je nach Größe werde ein Autokran oder ein für große Lasten ausgelegter Stapler benötigt, um sie in der rund 600 Quadratmeter großen Halle unterzubringen. Auf der Baustelle geht daher es hektisch, aber geordnet zu. Mehrere Handwerker arbeiten parallel.
Ziel: Wiedereröffnung am 8. April
Derzeit werde auf dem Süddach die Photovoltaikanlage aufgebaut. Vorbereitungen für den Außenputz laufen bereits und bis zum Jahrestag des Brandes am 8. April wolle man wieder mit der Produktion beginnen, berichten die Rapps. Als eine der letzten Aktionen stehe dann noch die Außenanlage mit Parkplätzen und Hof an.

Zehnjähriges Bestehen im Herbst
Schon jetzt freue sie sich darauf, wenn die ersten Möbel wieder fertiggestellt sind und im Ausstellungsraum präsentiert oder an die Kunden ausgeliefert werden können, so Claudia Rapp. Und ihrem Mann sei der Wiederaufbau seiner Schreinerei sogar so wichtig gewesen, dass er auf die Fasnacht verzichtet habe. Der Narrenrat habe ihm daher sogar einen Besuch abgestattet.
Und auch ihr zehnjähriges Bestehen wollen die Rapps trotz aller Umstände feiern – vermutlich aber erst im Spätherbst, erzählt Claudia Rapp.