Nachdem es in den vergangenen Jahren während der Messe Aero aufgrund des Wetters kaum eine Möglichkeit für Ultraleichtflugzeuge gab, in Markdorf auf dem Flugplatz der Segelflieger zu landen, könnte das Wetter dieses Jahr nicht besser sein. „Es ist toll, wirklich toll“, sagt Helmut Westermann, Fluglehrer bei der Segelfliegergruppe Markdorf. Der Verein organisiert in Zusammenarbeit mit der Aero die Anreise für Piloten von Ultraleichtflugzeugen.

„Das Wetter könnte nicht besser sein“

„Das Wetter könnte nicht besser sein“, sagt Westermann. Der große Vorteil ist, dass es in ganz Mitteleuropa so gut ist. Mit knapp über zehn Grad Celsius, wolkenfreiem Himmel und mit strahlendem Sonnenschein sind die vergangenen Jahre an diesem Mittwochmorgen schnell vergessen. „2024 hatten wir gerade einmal zehn Landungen.“

Kaum ist der eine vom Rollfeld kommt der Nächste. Auf dem Flugplatz in Markdorf ist während den Messe-Tagen viel los. Video: Jeronimo Hillgruber

Über 500 Anmeldungen

Am Morgen des ersten Messetages sind es in den ersten beiden Stunden bereits über 80 Stück. 50 weitere werden über den restlichen Tag erwartet, so Westermann. „Für die gesamte Aero-Messe haben wir über 500 Anmeldungen.“ Weiter sagt er: „Das freut uns ungemein, aber da kommt auch die Sorge auf, dass der Platz ausgeht.“

Eingepackt für die Nacht. Viele Flugzeuge stehen zugedeckt und geparkt auf dem Rollfeld in Markdorf.
Eingepackt für die Nacht. Viele Flugzeuge stehen zugedeckt und geparkt auf dem Rollfeld in Markdorf. | Bild: Jeronimo Hillgruber

Viele der anreisenden Piloten reisen zwar am selben Tag wieder ab, jedoch würden eben einige übernachten, sagt Westermann. „Der Abstellplatz für die Fahrzeuge könnte eng werden. Bevor wir aber jemanden abweisen, suchen wir uns einen neuen Platz, um die Flugzeuge abzustellen.“

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Aus Italien ist eine Maschine in Militärfarben da. Dieses Modell würde sich laut Westermann besonders gut zum langsamen Landen eignen.
Aus Italien ist eine Maschine in Militärfarben da. Dieses Modell würde sich laut Westermann besonders gut zum langsamen Landen eignen. | Bild: Jeronimo Hillgruber

Seit über 20 Jahren nach Markdorf

Die Großbritannien-Flagge auf dem Flugzeug lässt es schon erahnen. Deepak Mahajan und sein Flugschüler Nathanael Wood kommen von der Insel, genaugenommen sind sie aus London angereist. Seit 20 Jahren würde er herkommen, sagt der Direktor von der Flugschule Fly About Aviation.

Nathanael Wood, Stephan Hestermann und Deepak Mahajan (von links) stehen gemeinsam vor dem Flugzeug der Briten. Seit 20 Jahren fliegt ...
Nathanael Wood, Stephan Hestermann und Deepak Mahajan (von links) stehen gemeinsam vor dem Flugzeug der Briten. Seit 20 Jahren fliegt Mahajan gemeinsam mit einem Schüler nach Markdorf. | Bild: Jeronimo Hillgruber

Das zeigt sich auch, als Stephan Hestermann von der Segelfliegergruppe Markdorf dazukommt. Herzlich begrüßen sich die beiden. Die Freundschaft zwischen den beiden hat bei Mahajans erstem Besuch in Markdorf angefangen. Damals habe sein Motor ein Problem gehabt und der Verein hat ihm geholfen, wieder in die Luft zu kommen, sagt Mahajan.

Am Donnerstagmorgen führen der Lehrer und sein Schüler noch einige Starts und Landungen durch, bevor es auf die Aero geht. Mahajan sagt, dass es jedes Jahr für einen anderen Schüler der absoluten Höhepunkt sei, nirgendwo finde man so viele Ultraleichtflugzeuge an einem Ort, wie in Markdorf.

Flugzeuge aus ganz Europa

Nicht nur an den Kennzeichen der Flugzeuge kann abgelesen werden, welche Nationen vertreten sind, sondern auch eine Karte am Ausgang des Rollfelds zeigt es. „Die Piloten sind aufgefordert, kleine Fähnchen auf der Karte in ihren Heimatflughafen zu stecken.“ Die Fähnchen zeigen: Mitteleuropa ist stark repräsentiert, aber auch in Madrid, Dänemark und Polen lassen sich Fähnchen finden.

Auf einer Europakarte am Ausgang des Rollfelds können die Piloten Fähnchen an ihren Heimatflughafen setzten.
Auf einer Europakarte am Ausgang des Rollfelds können die Piloten Fähnchen an ihren Heimatflughafen setzten. | Bild: Jeronimo Hillgruber

Zahlreiche Helfer und zufriedene Piloten

Über 20 Helfer sind im Einsatz. „Wir haben acht auf dem Flugfeld, die fungieren als Lotsen und Einparkhilfen.“ Das Besondere: Sie alle sind ebenfalls gelernte Piloten von dem Verein. Aber für sie heißt es nicht, dauerhaft durchzuarbeiten. „Wir sind schlussendlich auch alle Flugzeugbegeisterte, jeder von uns findet Zeit, auf die Messe zu gehen“, so Westermann.

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Auch von den Piloten sei das Feedback sehr positiv. Westermann sagt: „Die freuen sich alle riesig, dass sie hier die Möglichkeit haben, zu landen und über Nacht zu bleiben.“ 30 Euro kostet es die Piloten, auf dem Flugfeld zu landen, inklusiv ist dabei sogar ein Shuttleservice zur Messe. Das Geld behält der Verein nicht selbst. „Wir bekommen von der Aero einen Pauschalbetrag dafür, dass wir hier helfen“, sagt Westermann.

In dem gelben Buschflugzeug sind Roland Krafft und Martin Scheu angereist.
In dem gelben Buschflugzeug sind Roland Krafft und Martin Scheu angereist. | Bild: Jeronimo Hillgruber

Aus Nah und Fern

Die meisten Piloten kommen aber aus Deutschland. So auch Roland Kraft und Martin Scheu. Sie kommen aus Heilbronn und sind von dem kleinen Flugplatz Baumerlenbach gestartet. Beide kommen schon viele Jahre zu der Aero. Scheu sagt: „Ich musste einzig meiner Frau versprechen, kein neues Flugzeug zu kaufen.“

Auf dem Flugplatz landen nicht nur herkömmliche Flugzeuge – auch ein Tragschrauber, oder Gyrocopter genannt, ist hier unterwegs. Anders ...
Auf dem Flugplatz landen nicht nur herkömmliche Flugzeuge – auch ein Tragschrauber, oder Gyrocopter genannt, ist hier unterwegs. Anders als beim Hubschrauber wird sein Rotor nicht durch ein Triebwerk, sondern bei nach hinten geneigter Rotorachse durch den Fahrtwind in Rotation versetzt (Autorotation). Das Tragflächenprofil der Rotorblätter erzeugt dabei schon bei geringer Vorwärtsgeschwindigkeit den nötigen Auftrieb. | Bild: Jeronimo Hillgruber

Sehr wichtiger Partner

Welche Rolle der Flugplatz in Markdorf spielt, sagt auch Tobias Bretzel, Projektleiter der Aero. „Der Flugplatz in Markdorf ist sehr wichtig für die Aero und die Zusammenarbeit ist jedes Jahr klasse“, so der Projektleiter. Gerade für die Ultraleicht-Szene ist der Flugplatz unausweichlich. Bretzel sagt: „Viele Aussteller und Besucher reisen mit einem Ultraleichtflugzeug an, die müssten sich alle umstrukturieren und das wäre ärgerlich.“

Die Ultraleichtflugzeuge landen im Minutentakt auf dem Flugplatz in Markdorf. Sie alle wollen zur Aero. Video: Jeronimo Hillgruber

Flugshows bei der Aero

Auf die Aero kommen 756 Aussteller aus 38 Nationen. Für den Donnerstag und den Samstag sind große Flugshows geplant, berichtet Bretzel. Auch Westermann erinnert sich, dass früher auf dem Markdorfer Flugplatz Aussteller ihre Flugzeuge vorfliegen ließen. Heute ist das nicht mehr so. Trotzdem lädt er alle Schaulustigen ein, am Flugfeld vorbeizuschauen. Morgens zwischen 9 und 11 Uhr würden die meisten Flugzeuge landen.