Frauenfußball: Sie arbeiten als Industriekauffrau, Zahnarzthelferin oder Polizistinnen. Sie sind zwischen 16 bis 30 Jahre alt, eine verschworene Gemeinschaft und haben alle dasselbe Hobby: Fußball.

Die Frauen der SG Neukirch/Hammereisenbach waren in der vergangenen Saison als einziger Verbandsligist das Aushängeschild im Bezirk Schwarzwald.

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Zwölf Monate nach dem Aufstieg gelang dem Team um Trainer Nino Colpi im Frühjahr 2025 der Klassenerhalt, der in seiner Wertigkeit vom Trainer fast noch höher als der Aufstieg bewertet wird.

Schon seit Jahren wird in Neukirch und Hammereisenbach im Frauenfußball ausgezeichnet gearbeitet. Von 2008 bis 2019 war die Mannschaft fester Bestandteil der Verbandsliga. Nur eine Saison nach dem Abstieg in die Landesliga 2023 folgte der sofortige Wiederaufstieg 2024.

„Es ist natürlich schön, höherklassig zu spielen, doch das ist nicht das primäre Ziel. Wir wollen uns unabhängig von der Liga fußballerisch entwickeln und als Team noch enger zusammenwachsen“, sagt Teamkapitänin Jennifer Hellenbrand.

Der Wiederaufstieg 2024 machte den Frauen schnell deutlich, dass die Verbandsliga enorm an Qualität gewonnen hat.

Schwere Aufgabe in der Verbandsliga

„Es gibt eine Zwei-Klassengesellschaft. Vier Mannschaften spielen um die Meisterschaft, vier weitere um den Ligaerhalt. Dazu zählen wir. Vor allem die Spielerinnen aus Freiburg, Offenburg oder vom Bodensee sind alle sehr gut ausgebildet. Zudem mussten wir in den Köpfen schnellere Entscheidungen fällen und uns an das höhere Tempo gewöhnen“, fügt Colpi an.

Sechs der 20 Punktspiele wurden gewonnen, elf gingen verloren, wobei sich Heim- und Auswärtsbilanz nahezu anglichen.

Rund 25 Spielerinnen stehen für zwei Mannschaften zur Verfügung. Im Kern des Verbandsliga-Kaders sind es etwa 16. Mehrere Ligakonkurrenten sind diesbezüglich deutlich im Vorteil. „Unsere Spielerinnen kommen alle aus einem Umkreis von rund 35 Kilometern.

Sie sind mit dem Verein verwachsen, was uns als Team im Zusammenhalt enorme Vorteile bringt. Eine kämpft für die andere und bügelt Fehler aus. Wir geben kein Spiel verloren, bevor es nicht abgepfiffen ist“, ergänzt Hellenbrand.

Diese Tugenden werden von den eigenen Fans gewürdigt. „Wir sind zwar kein Zuschauermagnet, doch mit den Besucherzahlen sind wir zufrieden, auch wenn es immer noch etwas besser geht“, so Colpi.

Aktuell bereitet sich die Mannschaft auf die zweite Verbandsliga-Saison vor, die am 13. September beim SC Sand III beginnt.

Lücke im Nachwuchsbereich schließen

„Wir hatten im Sommer wieder einige Abgänge aus nachvollziehbaren Gründen. So ist die Hälfte der Spielerinnen aus der Meistermannschaft 2024 nicht mehr da. Da wir aktuell keine B-Juniorinnen haben, bauen wir Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft ein“, betont Colpi.

Die Lücke im Nachwuchsbereich soll bald geschlossen werden. Wie der Trainer ergänzt, lege die Jugendleitung verstärkt den Fokus darauf, Nachwuchs zu gewinnen.

Ein Schnupperkurs bei einem Mädchen-Tag ist nur ein Angebot. Gleichzeitig wird in Neukirch viel in die Infrastruktur investiert. „Wir bekommen einen neuen Kunstrasenplatz. Da freuen wir uns alle drauf“, sagt die Teamkapitänin.

Mit der SG Marbach/Bad Dürrheim freut sich das Colpi-Team in der Saison auf ein Bezirksderby, nachdem sich Marbach/Bad Dürrheim im Sommer den Aufstieg gesichert hat. „Wir haben oftmals Auswärtsfahrten bis zu eineinhalb Stunden.

Da ist so eine relativ kurze Anreise nach Marbach willkommen. Schließlich wollen wir auch gerne unseren Status als Nummer eins im Bezirk verteidigen. Das werden drei rasante Derbys“, freut sich Jennifer Hellenbrand. Schon am 7. September kommt es in Neukirch zum ersten Aufeinandertreffen im Verbandspokal.

Das erste Verbandsliga-Duell steht am 28. September in Marbach an. Zu gerne möchte die SG Neukirch/Hammereisenbach das sportliche Aushängeschild im Schwarzwälder Frauenbereich bleiben, auch wenn der Fußball in erster Linie ein Hobby bleibt.