Fußball, Bezirksliga: Fußballtrainer kommen nicht umhin, sich ein großes Netzwerk an Spielerkontakten aufzubauen. Was im Profibereich von Managern und nicht immer unumstrittenen Spielerberatern übernommen wird, fällt im Amateurbereich eher den Übungsleitern selbst zu. Es gilt, potenzielle Spielerkandidaten in ihren Leistungen und Charakteren zu sondieren und zuzuschlagen, wenn sich Verstärkungen anbieten.
Diesen Job erledigte im Sommer Christian Leda, Trainer-Rückkehrer beim Bezirksligisten DJK Donaueschingen, der mit einigen Helfern den bereits dritten personellen Umbruch innerhalb der ersten DJK-Mannschaft binnen drei Jahren managen musste. „Wir haben mit 81 internen und externen Spielern gesprochen, um einen 18-köpfigen Kader zu haben, der unseren Vorstellungen entsprechen und auch machbar waren. So läuft es heute“, macht Leda deutlich.
Christian Leda ist ein Insider im Schwarzwälder Fußballgeschehen. Einst begann der heute 38-Jährige beim SSC Donaueschingen mit dem Fußball. In der C-Jugend wechselte er zur DJK nach Allmendshofen, wo er schnell seine Position zwischen den Pfosten fand.
Als Torhüter spielte er zudem einige Jahre wieder beim SSC, bevor ihn die Karriere als Trainer reizte. Schon 2013, mit damals 26 Jahren, übernahm er die erste Mannschaft in Allmendshofen und durfte als Cheftrainer Aufstiege in die Bezirks- und Landesliga feiern.
Nach dem Ende seiner Tätigkeit bei den Grün-Weißen wurde aus Leda ein kleiner Wandervogel. Eineinhalb Jahre beim FC Singen, ein Engagement beim SV Zimmern, Jugendtrainer beim FC 08 Villingen, Co-Trainer bei der ersten Mannschaft des FC 08 und schließlich wieder Jugendtrainer beim SSC, bevor sich nun wieder die Möglichkeit bei der DJK ergab.
„Das Kapitel DJK Donaueschingen war bei mir nie richtig abgeschlossen. Deshalb habe ich zugegriffen, als sich im Frühjahr die Chance zur Rückkehr ergab. Nun möchte ich es schaffen, dass wir uns in der Bezirksliga etablieren und vor allem stabilisieren.“
Starke Bindung zur DJK Donaueschingen
Für den zweifachen Familienvater, der sich als Fan von Bayern München und des SC Freiburg outet, haben sowohl die DJK als auch der SSC den Charakter eines Heimatvereins. „Ich habe eine Zeit lang in Allmendshofen ganz nah am Sportplatz gewohnt. Da ist die Verbindung natürlich gegeben“, sagt Leda, der einen Master-Abschluss für Sportwissenschaft in der Tasche hat und als Sportlehrer in der Werkreal- und Realschule am Schwenninger Deutenberg arbeitet.
Nach eigener Aussage kennt Leda in Allmendshofen „jeden Grashalm und jeden Mitarbeiter“. Vielleicht lag es auch daran, dass er bei der Suche nach einem Nachfolger von Trainer Benjamin Gallmann bei den Verantwortlichen der Grün-Weißen auf der Wunschliste ganz oben stand.
In seinen Vorstellungen als Trainer bevorzugt Leda ein schnelles Umschaltspiel, das Verengen der Räume und das Spiel in die Tiefe. „Wenn ich vor die Frage gestellt werde, einen schönen Sinfonie-Fußball oder Heavy Metal spielen zu lassen, würde ich mich immer für Heavy Metal entscheiden.“
Exakt diese Vorstellungen versucht Leda nun seinem nahezu komplett neuen Team beizubringen. „Wir stehen für den Neuaufbau, den wir ohne jeglichen Druck vorantreiben wollen. Da spielt es auch keine Rolle, ob wir die erste Bezirksliga-Saison auf Rang fünf oder neun abschließen.
Der Verein will auf eigene Talente setzen
Fakt ist, dass wir gerade so noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen haben, denn es gibt viele Beispiele für einen ungebremsten Absturz von Vereinen.“ Konstanz reinbringen ist daher immer wieder eine oft benutzte Bezeichnung, die für den aktuellen Fußball in Allmendshofen steht.
Leda, der sich mit Kraftsport, Badminton und neuerdings auch der Trendsportart Stand-up-Paddling fit hält, pflegt in Donaueschingen einen guten Kontakt zu den Jugendtrainern. Alle Seiten wissen, dass die DJK in den vergangenen Jahren immer dann besonders gut war, wenn viele Eigengewächse im Team standen. Diese Entwicklung soll wieder verstärkt angeschoben werden.
„Wir wollen und müssen diesen Weg gehen, denn ich habe in den vergangenen Jahren einiges gelernt. Vor zehn, zwölf Jahren waren Spieler, wenn du sie ob eines Engagements angesprochen hast, schnell begeistert. Heute ist der Markt gerade in unserer Region viel stärker umworben. Zudem stellen die Jungs Forderungen“, fügt Leda hinzu.
Auch deshalb pflegt und ergänzt sein persönliches Netzwerk, von dem er, aber auch die DJK Donaueschingen profitieren soll.