Eishockey: „Echt? Das ist schon meine fünfte Saison in der DEL? Das kann ich nicht glauben“, ist Jordan Szwarz zunächst einmal ziemlich überrascht. Doch ja, der Neuzugang der Schwenninger Wild Wings geht mit seinem neuen Team in der Tat in seine bereits fünfte Spielzeit in der höchsten deutschen Spielklasse. Die ersten vier Jahre verbrachte der Kanadier bei den Adler Mannheim, avancierte dort vor allem in seinen ersten beiden Saisons zum unentbehrlichen Flügelstürmer. 37 und 28 Punkte ließ sich Szwarz in 48, respektive 28 Partien gutschreiben, beachtliche Werte.
Es folgte ein Jahr mit einer schweren Beinverletzung, die ihn rund sechs Wochen außer Gefecht setzte. Zudem lief die Spielzeit 2023/24 für die Adler alles andere als rund. Das letzte Mannheimer Jahr war dann auf andere Art und Weise schwierig für den Angreifer. „Ich war in einer Spirale gefangen. Ich durfte nur alle zwei oder drei Partien spielen, musste immer wieder auf die Tribüne. Man findet einfach seinen Rhythmus nicht, spielt deshalb auch nicht so gut, wie man könnte. Und prompt sitzt man wieder draußen. Es war sehr frustrierend“, berichtet Szwarz.
Von vielen Clubs umworben
Ein Wechsel war also angesagt. Dass dieser innerhalb von der DEL stattfinden würde, war indes schnell klar. „Die Liga hat sich in den letzten Jahren kräftig entwickelt. Es kommen immer bessere Spieler in die DEL, das spricht sich rum“, erklärt der 34-Jährige. Der als aggressiv und entschlossen geltende Stürmer wurde im vergangenen Frühjahr von einigen Clubs umworben. Den Zuschlag aber erhielten die Wild Wings. „Mehrere Gründe haben mich dazu bewogen. Ich hatte ein sehr gutes erstes Gespräch mit Trainer Steve Walker. Ich hatte gleich ein positives Gefühl und auch das Spielsystem passt gut zu mir. Schwenningen ist ebenfalls im Süden von Deutschland, eine ähnliche Gegend wie rund um Mannheim, man kann hier mit einer Familie gut leben. Dazu kannte ich einige Spieler, die ich angerufen habe. Sie haben mir wirklich nur Gutes berichtet, vor allem auch über den großen Zusammenhalt im Team, was für mich wichtig ist“, begründet Szwarz sehr ausführlich seine Entscheidung für die Schwäne.
Bald kommt der zweite Sohn
Bisher ist der bald zweifache Familienvater nicht enttäuscht worden. Seine Kontaktpersonen Thomas Larkin, Ben Marshall und Zach Senyhsyn haben offenbar nicht zu viel versprochen. Die Gegend rund um die Doppelstadt gefällt dem Rechtsschützen sehr gut, im Team ist er sofort angekommen und das Trainingslager vergangene Woche in Kreuzlingen tat sein Übriges. Etwas ganz Wichtiges aber fehlt: Ehefrau Haleigh und der gemeinsame dreieinhalbjährige Sohn sind vorerst nicht mit nach Schwenningen gekommen, sondern zuhause in Ontario geblieben. Und das aus einem sehr schönen Grund. „Meine Frau ist im achten Monat schwanger, wir erwarten also demnächst unseren zweiten Sohn und freuen uns unheimlich darauf“, erzählt der werdende Papa.
Familie kommt bald nach
Sobald das Söhnchen auf der Welt ist und einen Pass erhalten hat, geht es aber auch für die zwei Jungs und ihre Mama an den Neckarursprung. „Ich rechne etwa im November mit ihnen. Bis dahin sehen und hören wir uns über Videoanrufe.“ Die Familie wird dabei genauso gut vorbereitet sein, wie es der Eishockeyprofi war. „Meine Frau hat jetzt schon sehr viel Kontakt mit den anderen Frauen hier. Sie bekommt Tipps, wo was ist, was man mit Kindern machen kann. Es ist ein bisschen, als wäre sie schon hier“, freut sich Szwarz über die Unterstützung.
„Ich möchte mir nach der schlechten letzten Saison etwas beweisen. Ich möchte zeigen, dass ich es noch kann und noch richtig Feuer in mir habe!“Jordan Szwarz, Stürmer der Schwenninger Wild Wings
Im Moment aber steht der Sport etwas mehr im Vordergrund. Die ersten drei Spiele sind absolviert, dazu das fünftägige Trainingslager. „Ich kannte die Wild Wings ja aus mehreren Spielen gegen sie und die waren häufig sehr schmerzhaft. Ich denke, genau das werden wir wieder auf das Eis bringen. Harte Arbeit, viel Druck auf den Gegner und ein hohes Tempo, das wird uns erfolgreich machen. Ich werde keine Prognose abgeben, aber wenn wir einigermaßen konstant unterwegs sind und als Gruppe zusammenbleiben, können wir einige Leute in der kommenden Saison schockieren“, glaubt die neue Nummer 14. Seine persönlichen Erwartungen sind da sehr viel bodenständiger. „Ich möchte mir nach der schlechten letzten Saison etwas beweisen. Ich möchte zeigen, dass ich es noch kann und noch richtig Feuer in mir habe“, sagt Szwarz. Und freut sich dabei am meisten auf die Schwenninger Fans. „Es wird schön sein, nicht mehr ausgebuht zu werden. Ich freue mich auf diese wilden, verrückten und leidenschaftlichen Fans“, fügt er lachend an.