Gaby Hauptmann zu Gast in rechten Kreisen? So legt es ein Artikel nahe, der im Nachrichtenmagazin Der Spiegel erschienen ist. Die Bestsellerautorin aus Allensbach (Kreis Konstanz) war demnach auf einer pompösen Geburtstagsfeier von Molkereimilliardär Theo Müller (“Müllermilch“) zugegen. Außerdem dabei: mehrere Persönlichkeiten vom politisch rechten Rand, unter anderem AfD-Chefin Alice Weidel.

Theo Müller baute den Müller-Milch-Konzern auf.
Theo Müller baute den Müller-Milch-Konzern auf. | Bild: Arno Burgi, dpa

Schon vor einem Jahr ließ der Unternehmer die Öffentlichkeit wissen, dass er die Spitzenpolitikerin als Freundin verstehe. Bei besagter Feier, so heißt es in dem Spiegel-Beitrag, habe sie an Hauptmanns Tisch gesessen.

„Wer lässt sich denn vorher eine Gästeliste zeigen?“

„Ich war erstaunt, als mich der Spiegel wegen Theo Müllers Geburtstagsfest anfragte – ich dachte, die kennen mich da gar nicht. Aber im Sommerloch dann halt schon“, sagte sie am Freitag gegenüber dem SÜDKURIER. Zu der Feier eingeladen habe sie Theo Müllers Ehefrau, die sie seit 30 Jahren kenne. Dass sie sich für eine solche private Einladung überhaupt rechtfertigen soll, könne sie nicht verstehen. Davon abgesehen: „Wer lässt sich denn vorher eine Gästeliste zeigen?“

Einer wie auch immer gearteten Nähe zur extremen Rechten ist Gaby Hauptmann bislang völlig unverdächtig. Erst im Februar hatte sie im SÜDKURIER einen Wahlaufruf mit dem Argument verknüpft, dass es um nichts weniger als die Demokratie gehe: „Diesmal wird die Strategie über das Herz siegen müssen, um die AfD fernzuhalten.“

Im Januar 2024 nahm sie an der Konstanzer Demonstration gegen Rechtsextremismus teil. „Mit der marktschreierischen und radikalen AfD-Politik und ihren Vertretern kann ich gar nichts anfangen“, stellt sie nun klar: „Was wir in Deutschland brauchen, sind Lösungen, die bieten sie – außer dem Schlagwort ,Abschiebung‘ – nicht an.“

Die Frau würde sie interessieren

Aber saß sie nun mit Alice Weidel an einem Tisch? Das könne zwar durchaus sein, allerdings seien die Tische sehr lang und reich gedeckt gewesen: „Gesehen habe ich sie nicht.“ Dabei hätte sie sich einer Begegnung keineswegs verweigert. „Als Journalistin und Schriftstellerin würde ich es als Chance verstehen, mit ihr ins Gespräch zu kommen, und nicht als Problem.“

Alice Weidel, Bundesvorsitzende der AfD, war ebenfalls bei Müller zu Gast.
Alice Weidel, Bundesvorsitzende der AfD, war ebenfalls bei Müller zu Gast. | Bild: Carsten Koall, dpa

Statt der Politikerin würde sie mehr die Frau interessieren: „Denn dass sie ein Alphatierchen ist, ist klar. Ich denke aber, dass sie sich auch in jeder anderen Partei oder auch in einem Unternehmen an die Spitze kämpfen würde. Nach vorn zu kommen, liegt ihr offensichtlich im Blut.“