Während viele ihrer Kollegen momentan im Urlaub sind, sitzt Jeanett Meißner in ihrem Büro im Untergeschoss des Markdorfer Rathauses. Dort in der Finanzabteilung der Stadt arbeitet die neue Stadtkämmerin schon an der Haushaltsplanung für 2026. „Es gibt immer etwas zu tun“, sagt sie und klingt dabei eher vergnügt als gestresst.

Bis zu ihrem eigenen Urlaub dauert es noch ein wenig. Stören tut sie das allerdings nicht. „Es ist ja quasi wie Urlaub hier“, sagt Meißner und lacht. Mit ihrem Mann lebt sie in Immenstaad, nur wenige Minuten vom See entfernt. „Wenn wir dann Samstagabend noch einen Spaziergang zum Landungssteg machen und ein Eis essen, dann ist das für mich Urlaub.“

Beim Metzger kennt man sie schon

Knapp ein halbes Jahr ist es her, dass die gebürtige Dresdnerin die Leitung der Finanzverwaltung übernommen hat. „Mir gefällt es hier sehr, sehr gut“, sagt Jeanett Meißner. In der Gemeinde wurde sie gut aufgenommen, sei es im Rathaus, im Gemeinderat – oder beim Metzger. „Da werde ich mittlerweile schon mit Namen angesprochen“, sagt sie und lacht. Der persönliche Umgang und die ländliche Atmosphäre erinnere sie stark an ihren kleinen Heimatort.

An ihrem neuen Arbeitsplatz im Markdorfer Rathaus ist Jeanett Meißner gut aufgenommen worden.
An ihrem neuen Arbeitsplatz im Markdorfer Rathaus ist Jeanett Meißner gut aufgenommen worden. | Bild: Lisa Sperlich

Auch an den Sommertrubel am Bodensee hat sich die 39-Jährige bereits gewöhnt – sowohl auf den Radwegen als auch auf den Straßen. Als Nachteil sehe sie das jedoch nicht. „Die Infrastruktur, die wir hier haben, verdanken wir den Touristen“, sagt sie. „Und die vielfältige Gastronomie natürlich.“ Gutes Essen sei schon immer ihre Leidenschaft gewesen.

Vom Urlaubsort zum neuen Zuhause

Schon früher habe Jeanett Meißner mit ihrem Mann häufiger Urlaub am Bodensee gemacht. Nun sei es schön, nicht mehr heimfahren zu müssen. Richtig realisiert haben sie ihr neues Zuhause allerdings bislang nicht: „Manchmal sitzen wir abends noch am See und da wird uns bewusst, wie schön es hier eigentlich ist.“ Mit dem Fahrrad haben die beiden die Region schon erkundet: von einem Ausflug nach Konstanz über das Seehasenfest bis zum Open-Air-Konzert in Meersburg.

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Das Umfeld erleichtert den Einstieg

Sich in einem neuen Ort zurechtzufinden, ist am Anfang immer eine Herausforderung. Es habe eine Weile gedauert, bis sie sich einen Überblick über die verschiedenen Ortschaften, großen Firmen und laufenden Projekte in Markdorf verschafft hatte.

„Mittlerweile fische ich da nicht mehr im Trüben“, sagt sie. Viel Unterstützung bei der Einarbeitung in die Themen hat Meißner von ihrem Vorgänger Michael Lissner, aber auch von anderen Kollegen und von Bürgermeister Georg Riedmann bekommen. „Hier herrscht wirklich ein super Umfeld, ich habe immer einen Ansprechpartner“, sagt sie. „Das motiviert zusätzlich.“

Als Nächstes geht es an die Haushaltsplanung

Für die kommende Zeit steht dann die Haushaltsplanung für 2026 auf dem Programm. Die aktuelle Finanzlage sei schwer zu kalkulieren. „Man weiß nicht, wie sich die Gewerbesteuer entwickelt und was an Einnahmen kommt“, sagt die Stadtkämmerin. Auch das Großprojekt zum dritten Grundschulstandort in Markdorf wird die nächste Zeit bestimmen – eine „finanztechnische Herausforderung“ für die Stadtkasse. Die Zuschüsse seien knapp, die Möglichkeiten begrenzt.

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Trotz angespannter Lage freut sich Meißner darauf, nun von Anfang an die Grundlagen für das kommende Jahr mitgestalten zu können. Gerade in der Haushaltsplanung sei es wichtig, Prioritäten zu setzen und deutlich machen zu können, was Vorrang hat und was nicht.

Gespannt auf den nebligen Herbst am See

Aber auch abseits des Rathauses blickt sie neugierig auf die kommenden Monate: Besonderes gespannt ist sie auf den berühmten Nebel am Bodensee im Herbst. „Da haben mich schon so viel vorgewarnt“, sagt sie und lacht. Auch Tipps, wo man dem Nebel entfliehen kann, habe sie bereits bekommen. „Ich bin da mal ganz optimistisch.“ Für den nächsten Sommer hat sich die 39-Jährige schon etwas vorgenommen: Ein Stand-Up-Paddle-Board zulegen – ganz so, wie es sich am Bodensee fast schon gehört.