Die Sommerferien werden in Dettingen genutzt, um die Grundschule und die Mehrzweckhalle auf den neuesten Stand des Brandschutzes zu bringen. Doch während der Arbeiten stellt sich nun raus, das ganze Projekt wird nochmal teurer. Und zwar rund 30 Prozent.
Die Brandschutzsanierung sorgte bereits vorab nicht gerade für Begeisterung bei den Mitgliedern des Dettinger Ortschaftsrats. Die Gebäude, die in den 60er-Jahren entstanden sind, müssen nachgerüstet werden. Denn es handelt sich bei Schulen und Versammlungsräumen, wie der Kapitän-Romer-Halle, um sicherheitskritische Gebäude, wie das Hochbauamt im Herbst 2024 erklärte.
Wenig Freude über die kleine Sanierung
Zuvor hatte das Feuerwehramt bei einer Begehung festgestellt, dass die Fluchtwegsituation in beiden Gebäuden nicht den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entspricht. Für eine vollständige Sanierung fehlt das Geld und auch die Aufrüstung für die aktuellen Brandschutzmaßnahmen ist nicht ganz billig. Das sorgte auch bei so manchem Gemeinderat für Ärger.

So erklärte der SPD-Ortschaftsrat Alfred Reichle bereits im vergangenen Oktober: „Wir warten seit Jahren auf eine Grundsanierung.“ Dass so viel Geld für eine Brandschutzsanierung ausgegeben werden solle, verwundere ihn. Auch von Freien Wählern und CDU gab es die Frage, ob die Maßnahmen in dieser Größenordnung notwendig seien.
Die Kosten steigen unerwartet
640.000 Euro hatte die Stadtverwaltung für den entsprechenden Umbau kalkuliert. Davon wurden 48.000 Euro außerplanmäßig aus dem Haushalt 2024 bereitgestellt und die restlichen 592.000 Euro aus dem Haushalt 2025.
Doch das reicht nicht. Die Stadtverwaltung veröffentlichte nun eine Offenlage, die mehr Geld für die Arbeiten bereitstellen soll. 190.000 Euro an unerwarteten Kosten sind laut der Vorlage aufgetreten, die bewilligt werden müssen. Doch warum ist das Projekt jetzt 30 Prozent teurer geworden?
Das sind die Gründe für die höheren Preise
Das hat mehrere Gründe, die einen unterschiedlichen Anteil an den höheren Kosten ausmachen. Doch nicht alles wäre vorab abzusehen gewesen. Ein Posten, der stärker als erwartet zu Buche schlägt, ist der Stahlbau. Für das Gewerk lagen die Angebote der Unternehmen, die bei der Ausschreibung eingereicht wurden, deutlich höher als von der Stadtverwaltung vorher angenommen. Zusätzliche Kosten hierfür: rund 30.500 Euro.
Während der Arbeiten wurden in den Gebäuden auch schadstoffbelastete Materialien entdeckt, die entfernt werden müssen. Diese Materialien müssen aber auch untersucht und fachgerecht entsorgt werden. Kostenpunkt rund 48.000 Euro mehr, die aufgebracht werden müssen.
Die Haustechnik macht einen großen Teil aus
Die teuerste Kostensteigerung kommt durch die Technik in der Kapitän-Romer-Halle. Dort sollen Brandschutzklappen und Brandschotts eingebaut werden. Diese sollen verhindern, dass sich ein etwaiges Feuer schnell ausbreiten kann oder die Ausbreitung zumindest verlangsamt werden kann. Dazu müssen die Elektroverteiler im Bereich der Lüftungsschächte umgebaut werden. Alleine durch diese Maßnahmen entstehen bei dem Bau Mehrkosten von rund 80.000 Euro.

Zudem sind auch die Nebenkosten zum Beispiel für die Bauleitung und die Planung um rund 20 Prozent gestiegen. Das sind dann etwa noch einmal 31.500 Euro mehr, die die Stadt für die Sanierung aufbringen muss.
Damit steigt der Preis für die Sanierung daher von den bisher veranschlagten 640.000 auf rund 825.000 Euro. Dabei sei bereits auch das Einsparpotenzial berücksichtigt. Doch wie will die Stadt mit ihrer knappen Kasse das bezahlen?
So will die Stadt das bezahlen
Laut der Vorlage sollen die meisten Arbeiten nicht verzögert werden, da das den Schulbetrieb beeinträchtigen würde. Zudem gäbe es einen erhöhten organisatorischen Aufwand, die Arbeiten in andere Ferien zu verlagern. Gleichzeitig sollen die zusätzlichen Ausgaben den Haushalt nicht weiter belasten.
Der Plan: Das Geld soll aus dem Projekt zur Erweiterung der Sporthalle Schänzle kommen. Dort können laut Vorlage nicht alle verfügbaren Mittel ausgeschöpft werden. Dadurch seien die 190.000 Euro für den Umbau in Dettingen finanzierbar. Einzig die Arbeiten an der Gebäudetechnik im Untergeschoss der Mehrzweckhalle sind unterbrochen und sollen erst nach einem Beschluss des Gemeinderats aufgenommen werden.