Die Deutsche Post hat bestätigt, dass die Postfiliale in Blumberg weiterhin am bisherigen Standort in der Tevesstraße bestehen bleiben wird, so Bürgermeister Markus Keller in einer Mitteilung.
Nachdem die Schließung zum Monatsende angekündigt worden war, hatte Keller umgehend den engen Kontakt zur Post gesucht, um die Bedeutung dieses Angebots für die Bürger zu verdeutlichen.
„Viele Menschen – ob ältere Bürger, Familien oder Gewerbetreibende – sind auf eine wohnortnahe Postfiliale angewiesen. Deshalb habe ich sehr deutlich gemacht, dass
Blumberg diesen Standort braucht. Umso mehr freut es mich, dass die Post die Filiale nicht aufgibt, sondern künftig in eigener Regie weiterführt“, wird Keller in der Mitteilung zitiert.
Die Filiale werde nach dem Umbau voraussichtlich Ende September am gleichen Standort wieder öffnen. Allerdings, so Keller, werde es keine Postfächer mehr geben. Für die Übergangszeit, so seine Information verweise die Deutsche Post auf die nächstgelegene Filiale in Tengen.
„Natürlich wäre es am besten gewesen, die Postfiliale ohne Unterbrechung zu erhalten. Entscheidend ist aber, dass Blumberg seine Poststelle behält – das sei ein wichtiger Erfolg für unsere Stadt. Jetzt erwarten wir, dass die Wiedereröffnung so schnell wie möglich erfolgt“, so Keller weiter.
Das sagt die Deutsche Post
Auf Anfrage konnte die Deutsche Post nur wenige Informationen zum geänderten Engagement in Blumberg liefern. Sonja Radojicic, Leiterin Regionale Kommunikation Süd der DHL Group verweist auf Serviceverbesserungen in den vergangenen Jahren.
Bei den Filialen, Paketshops und Verkaufspunkten kooperierten Deutsche Post und DHL bereits seit Mitte der 90er Jahre mit Partnern vor allem aus dem Einzelhandel, zum Beispiel mit Schreibwarenläden oder Lebensmittelhändlern.
Die Zusammenarbeit mit Partnern bringe Serviceverbesserungen für die Kunden, wie beispielsweise eine deutliche Erweiterung der Öffnungszeiten von früher noch durchschnittlich 18 Wochenstunden im Jahr 1990 auf heute rund 55 Wochenstunden, so die Einschätzung des Unternehmens.
Das Angebot von Postdienstleistungen bringe dem örtlichen Einzelhandel Frequenz und damit zusätzliche Umsätze, weil Konsumenten neben den Postdienstleistungen auch andere Waren und Dienstleistungen erwerben. Damit leiste das Partner-Modell auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Einzelhandels in den Städten und Gemeinden.
Doppelt so viele Verkaufsstellen
Allerdings ist ja in Blumberg geplant, dass die Deutsche Post in Eigenregie tätig wird. Auch diese Entscheidung passe in die Unternehmensstrategie. Deutsche Post und DHL investierten in den bedarfsgerechten Ausbau ihres stationären Netzes, um die Kundennähe und Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen. In den letzten 20 Jahren habe sich die Anzahl der Verkaufsstellen und Paketannahmepunkte mehr als verdoppelt.
Dazu nennt die Sprecherin Zahlen. Demnach habe in Baden-Württemberg zwischen 2009 und 2024 die Zahl der Partnerfilialen von 1553 auf 1766 zugenommen. 2024 gab es 1013 DHL-Paketshops und 164 Poststationen: Servicemodelle, die 2009 noch unbekannt waren.
Auch zur zuletzt glücklos betriebene Postpräsenz hat die Sprecherin eine Antwort. Man habe in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass die Einrichtung von Postfilialen insbesondere in ländlichen Gebieten mit wenig ausgeprägter Einzelhandels-Infrastruktur sehr herausfordernd sei und die Deutsche Post immer wieder mit Geschäftsaufgaben von Filialpartnern rechnen müsse.
Das heiße aber nicht, dass die Zahl der Filialen insgesamt abgenommen habe. „Wir ziehen uns nicht zurück und werden auch weiterhin mit Hochdruck und im engen Dialog mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in den betreffenden Kommunen daran arbeiten, an allen sogenannten ,Pflichtstandorten‘ präsent zu sein und unseren Kundinnen und Kunden eine verlässliche Versorgung mit Paket- und Briefdienstleistungen zu bieten“, so die Sprecherin.