Kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine hatten der Markdorfer Hans-Walter Vollert, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Friedrichshafen, und seine ukrainischen Kollegen, das Ärzteehepaar Daria Shchybria und Mykhailo Volianiuk, einen ersten Transporter mit medizinischem Material für die Ukraine auf den Weg gebracht.

Seither konnte das Häfler Ärzte-Trio ein Militärkrankenhaus in der Westukraine mit vier weiteren Hilfstransporten unterstützen. An Bord waren unter anderem Medikamente wie Antibiotika und Schmerzmittel, Beatmungsgeräte, Verbands- und Nahtmaterial. „Alles, was gebraucht wird, um Schusswunden und Verletzungen von herumfliegenden Splittern zu versorgen“, sagt Vollert, der gemeinsam mit dem Markdorfer Vizezunftmeister Dietmar Bitzenhofer an diesem Wochenmarkt-Donnerstag nochmals für die Aktion wirbt.
Der Vater von Assistenzarzt Mykhailo Volianiuk sei in dem Militärkrankenhaus Chirurg, weshalb sichergestellt werden könne, dass die Hilfsmittel dort ankämen, wo sie am meisten gebraucht werden, sagt Vollert: „Von Krankenhaus zu Krankenhaus, das ist die Devise.“

In jedem der fünf Transporte hätten sich medizinische Hilfsgüter im Wert von mindestens 15.000 Euro befunden, sagt der Häfler Arzt. Diese kaufe er von den Spendengeldern über das hauseigene Lager und die Apotheke des Klinikums ein. Die Hilfsbereitschaft der Bürger und Firmen in der Bodenseeregion sei groß. Über 60.000 Euro seien schon zusammengekommen, so Vollert.

Die Konrad Knoblauch GmbH in Markdorf hatte am Samstag einen Transporter zur Verfügung gestellt und die hausärztliche Gemeinschaftspraxis von Florian Sattler und Marcus Schwandt in Kluftern ein Ultraschallgerät gespendet.
An diesem Samstag nun macht sich Vollert wieder mit einem Transporter voller medizinischer Hilfsgüter auf den Weg zur ukrainisch-katholischen Kirche nach München, wo sich eine zentrale Anlaufstelle für Hilfslieferungen etabliert hat, deren Güter von dort weiter in das Kriegsgebiet transportiert werden. Vollert und seine Kollegen wollen weiterhin am Ball bleiben – ebenso wie die Markdorfer Narren um Dietmar Bitzenhofer.