„Mit Wehmut, aber auch mit großer Dankbarkeit blicken wir heute auf das zurück, was war.“ Etwas Traurigkeit schwang bei Oberbürgermeister Jan Zeitler am Samstag während der Abschlussveranstaltung der Landesgartenschau (LGS) auf der Seebühne im Uferpark schon mit, die LGS-Fahne anderntags an Neuenburg am Rhein übergeben zu müssen. Ansonsten zeigte er sich mehr als glücklich über den Verlauf der LGS, auch sämtliche Redner des Festaktes waren voll des Lobes.

Am Abend sorgten die Guggevamps und die Seegumper für ausgelassene Stimmung: Wohl noch nie zuvor säumten so viele Zuschauer den Platz vor der Bühne und der davor liegenden Uferparkwiese.
Zeitler betonte, dass nach dem Rückbau sechs neue Hektar Uferpark, neu gestaltete innerstädtische Gärten und Villengärten sowie das Pflanzenhaus der Öffentlichkeit übergeben werden. Man habe große Investitionen getätigt, die auch für künftige Generationen von Wert seien.
„Die LGS als ein sommerlanges Gartenfest war immer unser erträumtes Sommermärchen, von dem lange nicht klar war, ob es überhaupt stattfinden konnte“, sagte er. „Nun liegt es an uns, was wir aus diesem städtebaulichen Entwicklungsprogramm machen werden.“
Gut gelaunt zeigte sich Grit Puchan, Ministerialdirektorin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, die von der LGS als „Erfolgsgeschichte“ sprach.

„Die Gartenschau war ein Sommermärchen und einfach ein Traum. Es war eine großartige Leistung. Nach 170 Tagen geht nun dieser Traum vorbei“, sagte sie. „Überlingen ist dadurch noch größer geworden.“ Und an die Bürger gerichtet: „Sie können mit Stolz sagen, Sie haben Ihre Stadt zu einer absoluten Perle am Bodensee gemacht. Es war alle Mühe wert.“
Regierungspräsident Klaus Tappeser bedankte sich bei der Stadt für eine „fantastische“ Zusammenarbeit in den zurückliegenden sieben Jahren. Sein Dank galt auch allen, die zur Gestaltung der LGS beigetragen haben: „Ich beneide die Stadt Überlingen um ihre Stadtgärtnerei. Was sie da hingekriegt haben, ist à la bonne heure.“
Glücklich zeigte sich auch Landrat Lothar Wölfle. „Es ist toll, was hier geschaffen wurde“, sagte er. Den Bürgern rief Wölfle in Bezug auf die vom OB angesprochene Wehmut zu: „Seien wir frohgemut, denn jetzt gehört die Gartenschau uns. Das ist eine tolle Nachricht für Überlingen.“
Gerhard Hugenschmidt, Vorsitzender der Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen, sagte, alle, die an der LGS mitgearbeitet haben, könnten stolz sein. „Gemeinsam haben sie etwas Außerordentliches geschafft.“ Für Überlingen und die Region sei diese Ausstellung ein echter Gewinn gewesen, „und ein dauerhafter dazu. Dieses tolle Gelände bleibt.“

Abschließend überreichten die LGS-Geschäftsführer Edith Heppeler und Roland Leitner dem OB einen LGS-Liegestuhl, auf den Zeitler eigenen Angaben zufolge schon lange gewartet hat.

Mit viel Musik der Stadtkapelle Überlingen und Gesang von Mareike Binder von der Musicalschule verabschiedete sich das Team der LGS mit Sonnenblumen und Seifenblasen von seinen Gästen.


Zeitler kommentierte: „Das Team war kein Green-Team, sondern ein Dream-Team.“

War die Stimmung schon zu diesem Zeitpunkt fröhlich und ausgelassen, so steigerte sich diese in den Abendstunden nochmals: Beim Monsterkonzert der Seegumper und der Guggevamps, die erstmals seit der Fastnacht 2020 wieder auftraten, hielt es viele nicht mehr auf den Plätzen.
Paul Knisel aus Überlingen meinte: „Es war traumhaft schön. Ich bin eigentlich ein bisschen traurig, dass schon wieder alles vorbei ist. Ich habe 180 Stunden ehrenamtlich gearbeitet und es hat viel Spaß gemacht. Ich habe heute wirklich etwas Gänsehaut.“
Ähnlich äußerte sich auch Ekkehard Kuhn aus Owingen: „Leider ist es jetzt vorbei. Ich war 30 bis 40 Mal hier vor Ort, habe viele neue Menschen kennengelernt und nach vielen Jahren wieder gesehen. Ich muss einfach sagen, dass ich heute Tränen in den Augen habe.“