In den Landkreisen Waldshut und Lörrach ging im vergangenen Jahr die Zahl der erfassten Straftaten zurück. Dies geht aus der Kriminalstatistik 2019 des Polizeipräsidiums Freiburg hervor, der kürzlich veröffentlicht wurde. Im Landkreis Waldshut verzeichnete die Polizei 6463 Straftaten. Dies entspricht einem Rückgang von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch deutlicher ist die Entwicklung im Kreis Lörrach: Die Zahl der Straftaten sank im gleichen Zeitraum um 5,7 Prozent auf 14.550.

Bild 1: Polizeistatistik 2019: Am Hochrhein und im Dreiländereck ging die Zahl der Straftaten zurück
Bild: Schönlein, Ute

Für den Landkreis Waldshut zieht Ralf Ühlin, Leiter des Kriminalkommissariats Waldshut-Tiengen, Bilanz: „Neben sinkenden Fallzahlen in fast allen Deliktsbereichen ist die überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote sehr erfreulich.“

Ralf Ühlin, Leiter des Kriminalkommissariats Waldshut-Tiengen
Ralf Ühlin, Leiter des Kriminalkommissariats Waldshut-Tiengen | Bild: Schlichter, Juliane

Weiterhin wollen er und seine Kollegen dem negativen Trend im Bereich der Kinderpornografie und auch bei gewaltverherrlichenden Szenen, die oft Verbreitung in sozialen Medien finden, entgegentreten. „Nicht nur repressiv, auch präventiv“, fügt Ühlin hinzu.

Weniger Einbrüche im Kreis Lörrach

Als besonders erfreulich bezeichnet Florian Doppler, Leiter des Kriminalkommissariats Lörrach, im Landkreis Lörrach den Rückgang im Bereich der Wohnungseinbrüche: „Intensive Kontrollen, die akribische Arbeit unserer Ermittler und die gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung brachten einige Erfolge.“ So konnten mehrere überörtlich agierende Tatverdächtige identifiziert und festgenommen werden.

Polizei nutzt Bodycams

Achtung, jetzt wird es ernst. Wenn der deutlich sichtbare rote Kreis blinkt, ist die im Schulterbereich des Beamten befestigte Kamera ...
Achtung, jetzt wird es ernst. Wenn der deutlich sichtbare rote Kreis blinkt, ist die im Schulterbereich des Beamten befestigte Kamera eingeschaltet und zeichnet das Geschehen auf. | Bild: Sprich, Roland

„Wir werden gerade in diesem Deliktfeld, welches die Geschädigten oft psychisch stark trifft, nicht nachlassen. Sehr gut ist hierbei auch die Arbeit der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen, welche Empfehlungen zum Einbruchsschutz geben und so dazu beigetragen haben, dass es bei etwa der Hälfte der Fälle beim Versuch blieb“, fügt er hinzu.

Fälle pro 100.000 Einwohner

Um die durch Kriminalität verursachte Gefährdung in einem bestimmten Gebiet zu ermitteln, errechnet die Polizei die sogenannte Häufigkeitszahl. Dabei handelt es sich um die bekannt gewordenen Fälle pro 100.000 Einwohner.

Florian Doppler
Florian Doppler | Bild: Polizei

Im Kreis Waldshut beträgt diese Zahl für das vergangen Jahr 3788, im Kreis Lörrach 6364. Wie im Vorjahr hat Waldshut die zweitniedrigste Quote im Bereich des Polizeipräsidiums knapp hinter dem Kreis Emmendingen.

Aufklärungsquoten

Bemerkenswert ist laut Pressemitteilung der Polizei im Landkreis Waldshut neben einer sinkenden Fallzahl auch die überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote von 66,2 Prozent (ohne Verstöße gegen das Ausländerrecht), die gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen ist. Im Landkreis Lörrach ist die Aufklärungsquote hingegen von 64,1 im Jahr 2018 auf 61 Prozent gesunken.

Straftaten in den Kommunen

Im Kreis Waldshut wurden die meisten Straftaten in Waldshut-Tiengen (1727 Fälle), Bad Säckingen (1204) sowie in Wehr (327) verübt. Am sichersten ist es in den Gemeinden Wutach (14), Dachsberg (10) und Ibach (1). Einen deutlichen Rückgang verzeichnete die Polizei in der Stadt Laufenburg: Dort ist die Zahl der Straftaten von 564 auf 325 Fälle gesunken. Die hohe Zahl 2018 war auf mehrere Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz zurückzuführen. Im Kreis Lörrach gab es die meisten Straftaten in Lörrach (3678 Fälle), Weil am Rhein (3154) und Rheinfelden (2358). Die sichersten Gemeinden im Landkreis waren Fröhnd (3) und Tunau (1).

Mehr Gewalttaten

Laut Polizei waren die Zahlen im Kreis Waldshut in fast allen Deliktbereichen rückläufig. Rohheitsdelikte allerdings legten um 4,4 Prozentpunkte zu. Einen hohen Anteil daran hatten Raubdelikte, von denen im Vergleich zum Vorjahr weitere 15 Taten hinzukamen. Die Zahl der Fälle in diesem Bereich stieg somit auf insgesamt 33 Fälle. Auch die Gewaltkriminalität nahm im Kreis Waldshut spürbar zu (14 Fälle mehr).

Bei der Straßenkriminalität im Landkreis Lörrach setzte sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Die Fälle gingen um 10,1 Prozent zurück. Am stärksten waren in diesem Deliktbereich die Städte Lörrach, Weil am Rhein, Rheinfelden und Schopfheim vertreten.

Weniger Einbrüche

Der Entwicklung im Gesamtgebiet des Polizeipräsidiums Freiburg folgend gab es 2019 im Landkreis Waldshut weniger Wohnungseinbrüche als 2018. Diese Zahlen fielen sogar auf einen Fünf-Jahres-Tiefststand und liegen mit 37,3 Prozent unter dem Mittelwert für diesen Zeitraum.

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Im Landkreis Lörrach sank die Zahl der Wohnungseinbrüche sogar um 46 Prozent auf 204 Fälle. „Durch Hinweise aus der Bevölkerung, intensive Kontrollen der Polizei und umfangreiche Ermittlungen konnten in mehreren Verfahren Personen identifiziert und festgenommen werden“, teilt die Polizei dazu mit. Die Ermittlungen gegen die zumeist überörtlich agierenden Tatverdächtigen dauern noch an.

Straftaten gegen das Leben

Im vergangenen Jahr wurden im Bereich des Kriminalkommissariats Waldshut-Tiengen vier Straftaten gegen das Leben bearbeitet und somit zwei Delikte mehr als im Jahr 2018. Alle Fälle wurden geklärt – ohne dass Sonderkommissionen eingerichtet werden mussten, wie das Polizeipräsidium betont. Im Kreis Lörrach verzeichnete die Polizei acht Straftaten gegen das Leben, darunter sieben Totschlagsdelikte und eine fahrlässige Tötung. Alle Fälle wurden ebenfalls aufgeklärt.

Verbreitung von Kinderpornografie

Ein weiteren Erfolg der örtlichen Kripo vermeldet das Polizeipräsidium aus dem Landkreis Waldshut: Im Zuge eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verbreitens von kinderpornografischem Material konnten neben dem 36-jährigen Beschuldigten aus dem Landkreis Waldshut 18 weitere Tatverdächtige aus dem In- und Ausland identifiziert werden.

Gemeinsame Kriminalitätsbekämpfung

Kriminalitätsbekämpfung fand auch in weiteren Bereichen über die Behördengrenzen im Landkreis Lörrach hinweg statt. So zum Beispiel bei gemeinsamen Kontrollen von Shisha-Bars, wo Kräfte des Polizeipräsidiums Freiburg, des Hauptzollamts Lörrach, des Landratsamts Lörrach und der Stadtverwaltungen zusammenarbeiteten. Der Leitende Polizeidirektor Uwe Oldenburg: „Nur durch die gelebte Kooperation und das aktive Zusammenführen der unterschiedlichen Zuständigkeiten und Kompetenzen konnte das beeindruckende und nachhaltige Ergebnis erzielt werden.“

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