Markdorf Einen ganz besonderen Tag, den er in seinem Leben nicht vergessen wird, hat Leon Hartel aus Leimbach erlebt. Das Fußballtalent wurde zur jüngsten ZDF-Sendung „Das aktuelle Sportstudio“ am Samstagabend eingeladen. „Das war ein ganz besonderer und aufregender Tag für mich“, sagt Leon Hartel. Doch wie kam es dazu? Sein Vater Rainer Hartel habe ihm schon öfter gesagt, er solle seine Tore beim Sportstudio einreichen. Dort haben Amateurfußballer die Möglichkeit, Videoaufnahmen von ihren schönsten Toren oder ganz besonderen Fußballtricks einzusenden.
Ein Casting-Team wertet die eingereichten Videos aus. Das beste Video, sprich der ausgewählte Spieler, erhält die Möglichkeit, sich im Torwandschießen mit einem Promi zu messen. In diesem Fall gegen Trainer-Legende Hermann Gerland, der mit Spitznamen „Tiger“ genannt wird. Ein Freistoßtor gegen SGM Fischbach/Schnetzenhausen hat Leon Hartel, Spieler beim SC Markdorf, dann tatsächlich eingereicht. Neben dem schönen Tor aus zirka 20 Meter Entfernung über die Spielermauer hinweg war das Besondere, dass dies in der 90. und letzten Spielminute war und dies beim Stand 2:2. Hartels Freistoßtor brachte seiner Mannschaft den Sieg mit dem Endstand 3:2.
Dass er es mit diesem Tor in das ZDF-Sportstudio schafft, habe er nicht zu hoffen gewagt, gesteht Leon. Bereits ab dem dritten Lebensjahr spielte er bei den Bambini Fußball. Und diese Leidenschaft ist dem 25-Jährigen geblieben. „Ich bin Fußball-Fetischist, diese Fußball-Leidenschaft habe ich wohl von meinem Vater geerbt“, sagt Leon und lacht. Das mit der Einladung zum Sportstudio ging sehr schnell, erzählt Leon. Anfang August habe er das Video eingereicht und bereits zirka zwei Wochen später kam die Einladung. So reiste Leon mit seiner Verlobten, seinem Vater und seiner Mutter nach Mainz ins Fernsehstudio. Insbesondere die Begegnung mit der Trainer-Legende habe ihn unglaublich beeindruckt. Zirka eine Stunde habe er im VIP-Raum mit Hermann Gerland bis zu seinem Auftritt verbracht. „Mein Vater und ich verehren Hermann Gerland schon lange. Er ist authentisch, geradlinig, er ist eine beeindruckende Persönlichkeit, einfach ein toller Typ“, schwärmt Leon.
Die Familie, Freunde, Verwandte und natürlich seine Fußballkameraden vom SC Markdorf saßen gespannt vor den Fernsehern und verfolgten den fünfminütigen Auftritt. Viele von ihnen hatten bereits im Vorfeld in der Mediathek die Livesendung angesehen, die eine Stunde später ausgestrahlt wurde. Es war spannend. Bei den ersten drei Schüssen in das untere Torloch der Torwand stand es zwischen Leon Hartel und Hermann Gerland noch 1:1. Gerland legte auch beim Versuch in das obere Torloch vor, aber traf nicht. Auch Leon verschoss seine beiden ersten Versuche.
Eine Runde weiter
Dann ging Gerland auf Leon zu und gab ihm den entscheidenden Tipp: „Kamerad, Genauigkeit vor Härte.“ Mit diesem Tipp hob Leon den Ball gefühlvoll den Ball ins obere Torloch und traf. Der Trainer freute sich sichtlich mit Leon, der mit diesem Siegtreffer zugleich einen Einkaufsgutschein im Wert von 1000 Euro für einen großen Elektronikmarkt gewonnen hatte. Mit diesem Sieg geht es für Leon eine Runde weiter. Alle Amateure, die im Laufe der Saison im Torwandschießen gewinnen, treten noch mal in einer gesonderten Ausgabe des Sportstudios in einem Halbfinale gegeneinander an. Die zwei Besten spielen dann im Finale um den Gesamtsieg und 25.000 Euro.
Am nächsten Tag startete die Heimreise um 8 Uhr, gegen 12.30 Uhr war Leon daheim, zog sich seine Sportkleidung an, um pünktlich um 13 Uhr beim Spielertreff zu sein und anschließend im Spiel gegen den FC Bodman-Ludwigshafen anzutreten. Dort schoss er noch das Tor zum Ausgleich zum 1:1. Am Ende verlor seine Mannschaft 4:2. „Die Tipps von der Trainer-Legende haben mir beim Spiel geholfen, aber am Ende habe ich wohl mein Pulver am Abend zuvor beim Torwandschießen verschossen“, nimmt es Leon sportlich und lacht. Was ihn besonders freut, ist die große positive Resonanz, die erhalten habe, seit er zurückgekehrt ist. „Wir haben ja zuvor keine Werbung gemacht, dass ich ins Sportstudio gehe, ich war wahnsinnig überrascht, wie viele das gesehen haben.“