Vöhrenbach/Furtwangen Nun ist Schluss: „Die Sammlung von Altkleidern wird mit sofortiger Wirkung beendet“, informiert der Ortsverein Vöhrenbach des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die vier bestehenden Altkleidercontainer in Vöhrenbach und die zwei in Hammereisenbach „werden umgehend abgebaut“. Immer mehr Altkleidercontainer werden geschlossen. Zu viel minderwertige Ware und Müll sammeln sich dort. Der Ortsverein Vöhrenbach zieht ebenfalls Konsequenzen. Um sechs Container kümmerte er sich bislang.

Vorstandsmitglied Sabine Heizmann nennt die Gründe für die Entscheidung: In den vergangenen Jahren habe die Menge und der Anteil minderwertiger Ware stark zugenommen. Zugenommen habe auch, dass vermehrt Müll in und rund um die Altkleidercontainer illegal entsorgt werde. Das erhöhe den Arbeitsaufwand für das Deutsche Rote Kreuz, aber auch die Kosten für das Abfuhrunternehmen, welches die Container leerte und die Altkleider einer weiteren Verwendung zuführte.

Früher gab es Geld für Altkleider

Schon in den vergangenen Jahren habe die Wirtschaftlichkeit auf dem Altkleidermarkt nachgelassen, beschreibt Heizmann die Entwicklung. Das DRK habe lediglich noch fünf Euro pro Tonne Altkleider erhalten. Ab September hätte das DRK gar nichts mehr verdient – und im Gegenteil sogar für die Abfuhr zahlen müssen. Sabine Heizmann spricht von einem dreistelligen Betrag, den das Abfuhrunternehmen der DRK-Ortsgruppe in Rechnung gestellt hätte.

Das sei Anlass für beide Seiten, DRK und Abfuhrunternehmen, gewesen, den Vertrag und die Kooperation aufzuheben. Anderen Ortsvereinen gehe es ähnlich. So weiß Heizmann vom DRK-Ortsverein Furtwangen, dass dieser die Sammlung mittels Altkleidercontainern bereits vor zwei Monaten eingestellt habe. Die Erfahrung zeige, dass manche Leute trotzdem weiterhin Altkleider und Müll an den gewohnten Stellen abladen würden, so Heizmann. Das DRK Vöhrenbach bitte daher eindringlich darum, keine Kleidersäcke mehr an den bisherigen Sammelstellen abzulegen. Dies müsse als illegale Müllentsorgung angesehen werden und werde „dementsprechend geahndet“. Wenn nötig, stehe auch eine Kameraüberwachung auf dem Grundstück der DRK-Ortsgruppe zur Debatte, um Müllsünder zu ermitteln. Sabine Heizmann beschreibt in eindrücklichen Worten, wie die Situation vor allem in den vergangenen beiden Jahren eskalierte. Der Müllanteil habe in dieser Zeit „massiv zugenommen“, darunter kaputte Elektrogeräte, altes Kinderspielzeug, ganzer Hausrat, aber auch Essensreste. Das ging so weit, dass Säcke nicht nur vor die Container, sondern auch in die benachbarte DRK-Garage mit dem Einsatzfahrzeug gestellt wurden. Bei Einsätzen müsse deshalb erst mal die Garage freigeräumt werden, bevor das Fahrzeug aus der Garage fahren könne, beschreibt Heizmann.

Abfallwirtschaftsamt ist zuständig

Wo können Altkleider künftig abgegeben werden? Sabine Heizmann verweist auf die Container in den Wertstoffzentren, vermutet aber, dass diese den enormen Bedarf nicht abdecken können. Sie sieht das Abfallwirtschaftsamt gefordert. In diesem Zusammenhang erwähnt sie Gespräche, die ihres Wissens demnächst zwischen dem DRK-Kreisverband Donaueschingen und dem Landratsamt zur Altkleider-Problematik geplant seien. Früher waren die Einnahmemöglichkeiten durch den Betrieb von Altkleidercontainern deutlich lukrativer, erinnert sich Heizmann. Das DRK Vöhrenbach bedanke sich ausdrücklich für die vielen Spenden in den vergangenen Jahren, „die den Ortsverein und die jetzige DRK-Bereitschaft in ihrer Arbeit sehr unterstützt haben“. Nun hat sich der Betrieb der Container zum Draufleg-Geschäft entwickelt. „Dies ist nicht Sinn und Zweck unserer ehrenamtlichen Arbeit“, betont der Ortsverein. Dass sich die Kostenlage verändert habe, liegt laut Sabine Heizmann auch an den schlechter oder gar nicht mehr zugänglich gewordenen Absatzmärkten. Dabei nennt sie Russland, die Ukraine, aber auch afrikanische Staaten und Länder im Mittleren Osten, die vormals dankbare Abnehmer von Altkleidern gewesen seien.