Ab Montag sollen alle Eltern, die ihre Kinder in eine städtische Betreuungseinrichtung bringen, befragt werden, ob sie sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben – oder Kontakt zu nachweislich Infizierten hatten. Wird die Frage mit „nein“ beantwortet, müssen die Eltern das mit ihrer Unterschrift bestätigen, so die Pressestelle der Stadt Konstanz. Lautet die Antwort jedoch „ja“, dürfen die Kinder nicht in der Kita betreut werden. Auch, wenn sie sich gesund fühlen und keine Symptome aufweisen.
Die Stadt Konstanz reagiert mit diesen Vorsichtsmaßnahmen auf die Ausbreitung des Corona-Viruses in Baden-Württemberg.
Was sollen Eltern tun?
Die Eltern sollen das Kind im familiären Umfeld betreuen und den Hausarzt verständigen. Der Hausarzt soll klären, ob Bedenken gegen eine Betreuung des Kindes in der Kita bestehen. Erst, wenn die Eltern der Kita verbindlich rückgemeldet haben, dass der Hausarzt keine Bedenken hat, dürfen die Jungen und Mädchen wieder in die Kinderbetreuungseinrichtung.
Auch Schüler und nicht-städtische Kitas betroffen
Bisher gilt das nur für die städtischen Einrichtungen. Das Sozial- und Jugendamt, so die Stadt, hat jedoch alle Träger und Kitas in Konstanz informiert und empfiehlt die gleiche Vorgehensweise.
Mit den Vorsichtsmaßnahmen setzt die Stadt Konstanz die Empfehlungen des Landes Baden-Württemberg um. Auch die Schulen haben diese Empfehlungen erhalten und sind angehalten, Kinder, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, wieder heimzuschicken.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie der städtischen Eigenbetriebe, die innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu einem Infizierten hatten, sind von der Arbeit freigestellt. Dies teilte die Stadt am Sonntag mit. Die betroffenen Mitarbeiter sollen ihre Dienststelle informieren und mit dem Hausarzt Kontakt aufnehmen, heißt es. Dieser kläre dann gegebenenfalls die weitere Vorgehensweise mit dem Gesundheitsamt.
Oberbürgermeister Uli Burchardt empfiehlt den übrigen Arbeitgebern in der Stadt und in der Region, sich den Vorsichtsmaßnahmen anzuschließen.
Burchardt: „Kein Grund zur Panik, Vorsicht ist aber geboten.“
Auf SÜDKURIER-Anfrage sagt Burchardt: „Es gibt überhaupt keinen Grund zur Panik. Vorsicht ist aber geboten. Es gibt bewährte Verhaltensweisen, die aus heutiger Sicht angemessen und geeignet erscheinen und die wir hiermit umsetzen. Wir wollen mit dieser Maßnahme vor allem dazu beitragen, die Ausbreitung des Viruses zu verlangsamen. Denn auch wenn die Krankheit in unserer Region erfreulicherweise bisher eher harmlos verläuft, ist es vor allem für die Funktionsfähigkeit der Stadt und für die Versorgung der gegebenenfalls erkrankten Personen wichtig, dass möglichst wenige Menschen gleichzeitig erkranken.“