Jeder Narr, der schon so manche Fasnet gefeiert hat, weiß: Der Zeitraum des fasnachtlichen Vergnügens wird vom Termin des folgenden Osterfest definiert. 2024 ist der Ostersonntag noch im März, da der erste Vollmond nach dem Frühlingsanfang sich ziemlich früh im Jahr zeigt. Was zu einer ziemlich kurzen Fasnet führen wird.
Ein Mega-Fasnet drohte
Das haben auch die Organisatoren in Bräunlingen im Auge. Sie waren nahe dran, vom Freitag 2. Februar (Marie Lichtmess) an über das Wochenende 3./4. Februar eine Mega-Fasnet mit mehreren Höhepunkten aufzugleisen.
Doch dieses Brauchtums-Konzentrat, insbesondere mit zwei Hexenfeuern innerhalb von zwei Tagen, wäre nur schwer umzusetzen gewesen. Zudem je einen Tag vor und nach dem Zunftball.

Deshalb hat sich die Narrenzunft dazu entschlossen, die Hexenlauferöffnung und den Sprung der Urhexe aus dem Druidenstein auf dem Kelnhofplatz auf den Donnerstag, 18. Januar, vorzuverlegen. Also knapp zwei Wochen früher.
„Die Organisation der beiden Hexenfeuer und auch die Proben für den Zunftball lassen die Konzentration der drei Fasnethöhepunkte innerhalb 48 Stunden nicht zu“, begründet Hexenmeister Matthias Schmid die Verlegung.
Druidenstein wird gesprengt
Der Druidenstein wird in der Regel an Mariä Lichtmeß von der gelben Urhexe gesprengt und sie gibt damit den urigen Gestalten das Zeichen, den Kelnhofplatz in Beschlag zu nehmen. Damit wird das Hexenlaufen in der Narrenhochburg Bräunlingen auszurufen.
Bei lauten Trommelschlägen der historischen Trommler und Kanonenschüssen der Stadtwehr, wird das Hexenfeuer auf dem Kelnhofplatz angezündet. Höhepunkt des Abends: Unter bewunderndem Staunen der meist zahlreichen Zuschauer springen Hexen einzeln oder paarweise über die Flammen.

Im Terminkalender stehen bleibt der Zunftball am Samstag, 3. Februar. Ein sich jährlich änderndes Motto wird in der Stadthalle zur Leitlinie des Abends. Über 100 Mitwirkende bieten einen von viel Lokalkolorit und Tanz geprägten tollen und mitreißenden Fasnetabend. Dabei steht die Glossierung verschiedener Ereignisse meist aus Bräunlingen und der Spaß an der Narretei im Mittelpunkt des Abends. Die Stadtkapelle und eine närrische Musik umrahmen den Zunftball.

Der Hexensonntag (4.Februar) ist der Tag der Krummen Hexen. Beim Umzug am Nachmittag schieben die Krummen Hexen ihr grünes Krokodil mit Karussell und Gefangenen, meist junge Mädchen, durch die Straßen. Die Krummen- sowie die Urhexen versuchen, die vielen Besucher am Straßenrand aufzumischen. Die historischen Trommler führen mit lauten Trommelstücken den beliebten Umzug an.
Am Abend wird das große Hexenfeuer vor stets zahlreichen Besuchern angezündet. Das Zweite während dieser Fasnet. Spektakulär wird erneut das abenteuerliche Springen der Hexen durch oder über das Feuer sein. Oft wird sich dann die heiße Glut im Häs der Hexen verfangen. Mit einem lauten Fauchen des Springers wird sie abgeschüttelt.