Michael Kienzler

Mit vier Filmen startet das Kino ab Donnerstag. „Natürlich freuen wir uns auf unsere Kinogäste und dass es wieder losgeht.“ Die beiden Betreiber haben das Foyer und die Kinos entsprechend den Hygiene- und Sicherheitsvorschriften der Coronaverordnung präpariert. „Wir haben alles schön beschildert, das sollte auf jeden Fall gut klappen“, sagt Margarete Retzbach zuversichtlich.

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Neu ist eine Plexiglasscheibe im Kassen- und Ausschankbereich. Für die Kinobesucher gibt es Popcorn oder Snacks, Getränke werden in Flaschen gereicht. Bis zum Sitzplatz ist ein Nasen- und Mundschutz Pflicht, kann während des Films aber abgenommen werden. Im großen Saal für 200 Personen, finden maximal 50 Gäste mit Sicherheitsabstand Platz. 20 Besucher werden es im kleinen Saal sein.

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Karten gibt es zwar an der Abendkasse, aufgrund der reduzierten Sitzplatzkapazitäten raten Retzbachs jedoch, die Tickets online zu reservieren oder zu kaufen. „Uns ist klar, dass es nur langsam nach oben gehen kann nach der Öffnung, aber ein Anfang ist gemacht“, sagt Anton Retzbach.

  • Letzte Vorführung: Es ist Freitag, der 13. März. Im großen Saal der Kronenlichtspiele Triberg unterhält ein sprechendes Känguruh und im kleineren Kino flimmert „Mord ist Familiensache“ über die Leinwand. Gerade Mal vier Besucher gönnen sich das Vergnügen an diesem Abend. Es sind die letzten Vorstellungen, bevor das Kino aufgrund der Corona-Pandemie schließt. „Wir hatten zwei Tage früher zugemacht, als von offizieller Seite vorgeschrieben, weil es doch sehr ruhig wurde“, sagt Kinobetreiber Anton Retzbach rückblickend. „Man spürte schon eine gewisse Angst, keiner wollte mehr unter die Leute“, ergänzt Margarete Retzbach. Und das, obwohl die Besitzer damals schon Kinobesuch mit Abstand angeboten hatten. Nach Gesprächen mit den Kollegen der Kinos in Haslach und Titisee-Neustadt sei spürbar gewesen, dass Schließungen drohen. Am Montag darauf dann sei vom Kino-Verband dann die offizielle Mitteilung gekommen, dass dicht gemacht werden muss.
  • Lange Pause: Seit 31 Jahren betreiben die beiden das Kino in der Wasserfallstadt. „Ich bin seit 40 Jahren in der Kinobranche, aber so etwas habe nicht annähernd erlebt“, blickt Anton Retzbach zurück. Trotzdem stehen die beiden hinter den bislang getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. „Das konnten wir alles nachvollziehen und fanden es auch richtig. Das Schlimmste wäre, wenn aufgrund einer neuen Welle vielleicht ein neuer Shutdown kommen würde.“ Mehrmals die Woche schauten die beiden Betreiber im Kino vorbei. Anton Retzbach nutzte die Zeit, um Instandhaltungen abzuarbeiten, beispielsweise Akkuwechsel in der Notbeleuchtung. Aber viel wichtiger sei die Technik, berichtet er. „Die Abspiel-Server mussten regelmäßig hochgefahren werden, um die Funktionen zu checken. Das ist sehr wichtig für die Geräte, so eine lange Pause ist schädlich.“
  • Neue Technik: Die Digitalisierung schreitet ebenfalls voran. Wurden die neuesten Filme bis dato auf einer bis zu 300 Gigabyte großen Festplatte per Post geschickt, kann Anton Retzbach seit wenigen Tagen die Filme via Glasfaserleitung herunterladen. „Nach zwei Stunden ist alles auf dem Kinoserver“, sagt der Kinobesitzer. In der Krise entstand sogar eine Kooperation mit einem eher ungeliebten Konkurrenten. Auf der Homepage der Kronenlichtspiele konnten Kinofreunde künstlerisch anspruchsvolle Arthausfilme für 48 Stunden zu einem günstigen Preis herunterladen. „Wir gaben Filmempfehlungen dazu, so hatten wir wenigstens etwas Kontakt zu unseren Kinobesuchern“, sagt Margarete Retzbach.