Fußball-Landesliga Jan Wiedmann hatte elf bange Minuten zu überstehen, dann atmete der Torwart des SV 08 Laufenburg im Derby vor rund 500 Zuschauern gegen den FC Tiengen 08 tief durch. Mit dem Treffer zum 3:2 machte Sandro Knab, der kurz zuvor die Kapitänsbinde von Bujar Halili übernommen hatte, Wiedmanns Fehlgriff beim Ausgleich durch Daniel Guznenko wieder wett.
Am Ende setzten sich die Null-Achter aus Laufenburg verdient mit 4:2 (2:0) gegen die Null-Achter aus Tiengen durch. Sie feierten den fünften Sieg in Folge und verdrängten ihren Gast vom dritten Platz. Es war der elfte Laufenburger Derbysieg seit 1978.
„Das war ein Riesenpatzer von mir“, machte sich Jan Wiedmann nach dem Schlusspfiff nichts vor: „Ich wollte den Ball locker annehmen und dann rollt er mir klassisch durch die Hosenbeine zum 2:2 ins Tor.“
In der Schlussphase zeigte sich der Teamgeist bei den Gastgeber. Sie steckten das „Kacktor“ weg und gewannen dank der Treffer von Sandro Knab mit 4:2.

Ehrung für „ewigen Betreuer“ Klaus Bächle
Begonnen hatte der Klassiker am Hochrhein mit viel Applaus, allerdings noch vor Anpfiff des starken Unparteiischen Lukas Lipp aus Freiburg. Mit einer großen Bild-Collage würdigte die Vereinsspitze des SV 08 Laufenburg – angeführt vom Ehrenpräsidenten Kurt Grieshaber – die Verdienste ihres „ewigen Betreuers“.

Klaus Bächle, der in der kommenden Woche seinen 73. Geburtstag feiert, blickt auf 40 Jahre als Betreuer bei den Null-Achtern. Zunächst ein komplettes Jahrzehnt bei den A-Junioren und seit 1995 bei der „Ersten“.
Der Applaus für Klaus Bächle war kaum verklungen, da brandete erneut Jubel auf. Es waren noch keine drei Minuten gespielt, als FCT-Torwart Louis Gnädinger gegen den durchgestarteten Sandro D‘Accurso im Strafraum einen Tick zu spät kam.
Lukas Lipp zögerte kurz, bekam aber dann das Signal seines Assistenten und zeigte auf den Punkt. Bujar Halili ließ sich die Chance nicht nehmen, traf zur Laufenburger Führung.

Und drei Minuten später war es erneut der Kapitän, der am richtigen Ort stand, als ein Freistoß von Emanuel Esser nicht vernünftig geklärt worden war. Reaktionsschnell stocherte Halili den Ball über die Linie.
„In der ersten Hälfte war es eine klare Nummer“, so Trainer Michael Hagmann vom SV 08 Laufenburg. Seine Mannschaft war von Beginn an hellwach – besonders Kapitän Bujar Halili. Die Gäste waren dagegen eher schläfrig in die Partie gestartet.
„Die ersten 15 Minuten waren nicht gut von uns. Wir waren zu weit weg von den Gegenspielern und haben es nach unseren Ballverlusten nicht gut verteidigt“, war Trainer Erkan Kanli vom FC Tiengen 08 unzufrieden.

Fußball-Landesliga in Zahlen
In der ersten Hälfte dominierte der SV 08 Laufenburg das immer spannende Hochrhein-Derby. Weitere Chancen blieben nach dem 2:0 allerdings rar. „Schade, dass wir nicht das 3:0 gemacht haben“, so der Laufenburger Trainer Michael Hagmann: „Das 2:0 ist einfach ein gefährliches Ergebnis. Es ist zu wenig, um sicher zu sein.
Michael Hagmann schien geahnt zu haben, was kommt. Denn mit dem Anpfiff zur zweiten Hälfte drohte das Spiel zu kippen. Spätestens als Emir Muratovic für den FC Tiengen 08 zum 1:2 getroffen hatte, war der Gast im Spiel.
Dass der eher ungefährliche Schuss von Daniel Guznenko dem Laufenburger Torhüter zum 2:2 durch die Beine flutschte, war zwar glücklich – aber in dieser Phase auch nicht ganz unverdient für die nun viel aktiveren Gäste. Der FC Tiengen 08 hatte ein anderes Gesicht gezeigt. „Da waren wir viel besser in der Partie“, so Kanli, der sich mit Hagmann einig wa.
„Danach haben wir wieder mehr riskiert und an uns geglaubt“, freute sich Hagmann über die Reaktion seiner Mannschaft auf den kuriosen Ausgleichstreffer.

Die Laufenburger spielten wieder mehr nach vorne und setzten den FC Tiengen 08 unter Druck. Sandro Knab brachte die Gastgeber rund 20 Minuten vor Schluss erneut in Führung. Nach einem Abpraller reagierte er am schnellsten und stocherte den Ball über die Linie.
Kurz vor Schluss machte Knab dann vom Elfmeterpunkt das 4:2. Zuvor war Sandro D‘Accurso von Marco Pagliarulo gefoult worden. Dieser war bereits vorbelastet und flog mit Gelb-Rot vom Platz.
„Heute kann man auf jeden Fall traurig sein, aber wir schauen dennoch optimistisch nach vorn“, so Erkan Kanli nach der ersten Niederlage in der Rückrunde des FC Tiengen 08, der den dritten Platz dem Tabellennachbarn aus Laufenburg überlassen musste.
Michael Hagmann zeigte sich zufrieden: „Über 90 Minuten gesehen, war es ein verdienter Sieg. Wir wussten, dass wir wieder vorn dabei sind, wenn wir gegen die Spvgg. Gundelfingen/Wildtal und den FC Tiengen 08 gewinnen.“

SV 08 Laufenburg: Wiedmann – Hilpert, Hackenberger, Nowak (61. M. Schmidt) – S. Schmidt, L. Schmidt, Halili (89. Oeschger), Esser (82. Klein), Gläsemann (61. Langendorf)- Knab, D‘Accurso
FC Tiengen 08: Gnädinger – Pagliarulo, Steffen, Ortancioglu, Muratovic (58. Mitkidis) – Elshani, Stauch (81. Muhovic), Adakli (30. Guznenko), Häring (66. Bächle) – Aliaj, Slabjar (80. Isele)