Region Bonndorf Von einem quantitativ guten Ergebnis auf konventionell bewirtschafteten Ackerflächen spricht Friedrich Müller, Vorsitzender des BLHV-Ortsvereins Wutach, mit Blick auf die jüngst zu Ende gegangene Getreideernte: Braugerste habe sechs Tonnen je Hektar erbracht, Weizen acht Tonnen und Dinkel acht Tonnen. Raps habe rund vier Tonnen je Hektar erbracht. Glücklicherweise sei die Ernte abgeschlossen gewesen, als das Hagelwetter über die Region zog, obgleich der Mais Schäden davongetragen habe.
Die regenreiche Phase im Juli sei der Getreidequalität etwas abträglich gewesen, erläutert der Landwirt aus Ewattingen im Gespräch mit dieser Zeitung. In diesem Sommer habe sich das Ernte-Zeitfenster durch die hochsommerlichen Temperaturen nach der Regenphase schnell geöffnet: „Wir mussten das Getreide zügig einholen.“ Und dies sei den Landwirten mit Ackerflächen auf 600 bis 700¦Meter Höhe, auf der sich Bonndorf, Wutach und das Obere Schlüchttal befinden, gelungen. Und warum ist es so entscheidend, den richtigen Erntezeitpunkt zu erwischen? Friedrich Müller: „Verpasst man dies, beginnt die Frucht auszuwachsen, das heißt zu keimen.“ Und dies verschlechtere letztlich die Backeigenschaften des daraus gewonnenen Mehls. Im schlechtesten Fall sei das Getreide nur als Futtergetreide verwertbar. Die Gefahr von Auswuchs sei gegeben, wenn, wie in diesem Sommer, das Getreide bereits gelbreif ist, und dann eine anhaltende Regenphase auftrete. „Am Hochrhein kann dieses für den Landwirt günstige Ernte-Zeitfenster lediglich ein bis zwei Tage offen sein“, in höheren Lagen wie in der Region Bonndorf sei es länger geöffnet. Er habe von Stühlinger Landwirten gehört, denen es nicht mehr ganz gelungen sei, die Ernte mit Blick auf die Qualität optimal einzubringen. Von einer leicht überdurchschnittlichen Ernte mit zufriedenstellenden Qualitäten spricht Friederich Bündert, Vorsitzender des BLHV-Ortsvereins Bonndorf. Er betreibt einen Bioland-Hof in Wittlekofen. Auf das landwirtschaftliche Jahr gesehen, seien die Widrigkeiten trotz einer nassen Wetterphase bei der Aussaat im Herbst 2024, der Trockenperiode im Juni und dem nassen Juli überschaubar geblieben.
„Wenn die Regenphase zwei oder drei Wochen später eingesetzt hätte, wäre das besser für uns Landwirte gewesen.“ Im Juni sei die Erntephase unterbrochen worden. Die Wintergerste, die er noch zuvor dreschen können, habe eine sehr gute Qualität und einen überdurchschnittlichen Ertrag gehabt. Auch Triticale – eine Kreuzung aus Weizen und Roggen – habe im Reinanbau mit fünf Tonnen je Hektar einen soliden Ertrag geliefert und auch im Gemengeanbau mit Futtererbse keinen Auswuchs gezeigt. In konventioneller Landwirtschaft werden acht bis neun Tonnen erzielt. Auch Friederich Bündert hat von Berufskollegen von einer nicht optimalen Ernte am Hochrhein mit höherem Pilzbefall und Auswuchs gehört. „Wenn es schlimm kommt, kann solches Getreide lediglich als Viehfutter verwendet werden, im schlechtesten Fall landet es in der Biogasanlage.“
Friederich Bündert baut auf seiner Betriebsfläche auf einem Drittel Getreide an, zwei Drittel sind Grünland. „Ich strebe einen Erzeugerkreislauf an.“ Das bedeute, die 70¦Kühe und die 40¦Stück weibliches Jungvieh weitgehend mit dem auf dem Hof erzeugten Futter zu versorgen. Für das Grünland sei die regenreiche Phase Gold wert gewesen, da vertrocknete Grünlandbereiche sich schnell wieder erholt hatten, berichtet Friederich Bündert im Gespräch weiter.