Die Fasnet soll zurück auf die Straße und in die Kneipen. Vor allem am Fasnetsonntag. Und damit das auch passiert, hat sich der Frohsinn in diesem Jahr etwas einfallen lassen. Das Motto: Wir wollen etwas neues probieren. Denn wie sagt es der stadtbekannte Ignaz (Markus Kuttruff): „Stillstand ist Rückschritt.“
Und so sind im Vorfeld die Zunftoberen von Kneipe zu Kneipe gezogen. Drei Abende sollen es gewesen sein, wo sie unterwegs waren. Nicht für das, was man nun denken mag. Sondern für ernsthafte Gespräche. Was halten die Wirte davon, dass nach dem Umzug wieder mehr in der Stadt los sein soll? „Wir haben sehr positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Zunft-Vize Wolfgang Hansel.
Viele Wirte würden sich freuen, wenn in der Stadt wieder mehr los ist – grundsätzlich und am Fasnetsonntag erst recht. Und Zunftschreiber Andreas Haller, außerhalb der Fasnet auch als Tourismusamtschef bekannt, hält ein Plädoyer für die Donaueschinger Gastronomie: „Wenn immer gesagt wird, wir haben nichts, dann stimmt das einfach nicht. Wir haben in einem Umkreis von einem Kilometer 15 bis 20 gastronomische Betriebe.“
Fasnet in der Stadt weiterfeiern
Das Ziel ist: Dass nach dem Umzug nicht alle Zuschauer und Narren nach Hause gehen, sondern die Fasnet weitergefeiert wird. Auf der Straße und in den Kneipen. Daher wird es auch in den Donauhallen eine kleine Änderung gehen. „Die Halle ist nicht komplett zu“, erklärt Hansel. Aber die große Anlaufstelle für das Narrenvolk soll sie nicht werden.
Damit auch jeder merkt, dass es in der Stadt weitergeht, wird erst einmal ordentlich für Musik gesorgt. Die ist ja schon vorhanden, schließlich braucht ein Umzug auch eine entsprechende akustische Umrahmung. „Hans blieb do“ ist ein Muss, denn nur mit einem ordentlichen Narrenmarsch kommt die richtige Stimmung auf.
Zwölf Musiken sind es, die am Umzug teilnehmen. Und so wird vom Rathausplatz über den Platz am Hanselbrunnen bis zum Lammplatz auch nach dem Umzug weitergespielt. Ein deutliches Zeichen: Bleibt hier und geht nicht heim. Und wer beispielsweise die Zunftkapelle, den Musikverein Aufen kennt, der weiß, dass diese Musiker – wie natürlich alle anderen – für ordentlich Stimmung sorgen können. „Die Leute sollen einfach sehen, dass die Fasnet weitergeht“, erklärt der Zunft-Vize.
Neben den Kneipen wird es auch Besenwirtschaften geben. „Zum Roten Hahn“ hat sich bereits etabliert, denn die Feuerwehr räumt schon seit Langem ihr Gerätehaus für die Narren. Und für alle, die es etwas gemütlicher angehen lassen wollen, gibt es die Kaffeestube. Und auch die Stadthexen werden wieder ihre Besenwirtschaft in der Villinger Straße öffnen.
Besenwirtschaften geplant
Und die Narrenzunft unterstützt ihr Projekt natürlich auch selbst. So sind zwei Besenwirtschaften geplant. Diese sind im Residenzviertel zu finden. Die Tiefgarage unter dem Max-Rieple-Platz wird zur Anlaufstelle für das junge Narrenvolk. Und in der alten Orangerie des Fürstenhauses werden Ignaz und Severin ganz persönlich ihre eigene Besenwirtschaft eröffnen. Die Bewirtung selbst wird der SSC Donaueschingen übernehmen.
Bewusst will der Frohsinn mit seinen beiden Besenwirtschaften keine Konkurrenz zu den Kneipen etablieren. „Das wird etwas ganz anderes. Ein Kontrastprogramm zu den Kneipen“, sagt Wolfgang Hansel. Sodass jeder etwas für seinen Geschmack findet. „Wir hoffen, dass so viele wie möglich nach dem Umzug in der Stadt bleiben.“ Damit es in der Eschinger Innenstadt eine richtig schöne Straßenfasnet wird. Mit richtig vielen Narren, die gemeinsam feiern.
Lesen Sie auch:
Endlich wieder Fasnet: So ausgelassen feiern die Narren am Schmotzige in Donaueschingen