Dass die Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Konstanz nicht eben die zuverlässigste im Land ist, weiß man in St. Georgen, Villingen und Donaueschingen aus Erfahrung. Kaum ein Zug, der nicht ohne Verspätung die Bahnhöfe verlässt, zumindest nicht unter Tags.
Die Zufriedenheit lässt zu wünschen übrig
Nach einer Anfrage des Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz gab Landesverkehrsminister Winfried Hermann bereits zu, dass im April, Mai und Juni des Jahres die Sauberkeit und Gesamtzufriedenheit der Schwarzwaldbahn-Fahrgäste niedriger lag als im Vorjahr. Und vor allem die Pünktlichkeit sogar deutlich zurückgegangen sei.
Doch schlimmer geht immer, besser gesagt, es kommt bald ganz Dicke. Zwischen dem 12. September und 17. Oktober werden überhaupt keine Züge mehr zwischen Villingen und Donaueschingen fahren. Weder die Schwarzwald- noch die Freiburg S-Bahn, auch kein Ringzug wird sich dann mehr bewegen.
Da muss man die Luft anhalten
Weil, und da muss man schon mal ein wenig die Luft anhalten vor unterdrücktem Ärger, wegen der Sanierung eines Bahnüberganges am südlichen Ende von Villingen in der Mühlenstraße.
„Um die Verkehrssicherheit für Fußgänger zu erhöhen und die technische Ausstattung altersbedingt zu modernisieren, erneuert die Deutsche Bahn den Bahnübergang in der Mühlenstraße“, heißt es lapidar in der Beschreibung der DB-Regio, die zeitgleich mit der Auskunft des Verkehrsministers an die Betriebe des Gewerbegebietes Lantwatten von der Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen herausgegeben wurde.
Ab 1. September ist die Mühlenstraße dicht
Vom 1. September bis 27. Oktober, so die Planung der Deutschen Bahn, wird zum einen die Mühlenstraße in dem Bereich gesperrt. Zum anderen, und das löst Kopfschütteln aus, wird in der Zeit zwischen dem 12. September und 17. Oktober der Bahnverkehr zwischen Villingen und Donaueschingen gänzlich eingestellt.
Wie praktisch: Zum Ende der Sommerferien
Aha, denkt man sich, wie praktisch, direkt mit dem Ende der Sommerferien, wenn alle Schüler wieder mit dem Ringzug aus dem Brigachtal nach Villingen oder zurückfahren wollen, macht die Bahn die Strecke dicht.
Auch die Freiburg S-Bahn, mit der viele Pendler ins Hinterland unterwegs sind, dürfte dann in Donaueschingen starten und enden, dafür gibt es dann garantiert einen „Schienenersatzverkehr“, wie der Einsatz von Bussen so herrlich einfach genannt wird.
Die Deutsch Bahn bittet schon mal um Entschuldigung
Für alle Beeinträchtigungen, so endet das Schreiben, bittet die Deutsche Bahn schon mal vorsorglich um Entschuldigung. Und der Ärger der Bürger dürfte sich wieder einmal tsunamiartig über die Stadtverwaltung ergießen, die für dieses Ungemach wirklich nichts kann.
Einziger Trost bei der ganzen Misere: Noch viel schlimmer geht es allerdings tatsächlich, man muss nur gen Rottweil schauen.
Die Verbindung zum Stuttgarter Hauptbahnhof ist schon seit Jahren ein Graus. Und wird bald, wenn nicht ein Wunder passiert, auch noch für lange Zeit gänzlich gekappt. Von der Deutschen Bahn.