VS-Schwenningen – Die Lange Schwenninger Kulturnacht ist und bleibt ein Besuchermagnet, vor allem dann, wenn das Wetter mitspielt. Wer die Top-Künstler auf der Bühne sind, scheint zweitrangig zu sein. Wie schon im vergangenen Jahr, hatte die Großveranstaltung auch bei ihrer 14. Ausgabe am Samstag wieder Petrus Beistand.
12.000 Besucher kamen – 3000 weniger als 2018 – um sommerlich gekleidet bis in die späte, laue Nacht hinein gemeinsam zu feiern, durch die Straßen zu schlendern und sich von über 1000 Musikern, Künstlern, Tänzern sowie einem bunten kulinarischen Angebot unterhalten und verwöhnen zu lassen.
Kulturamtsleiter Andreas Dobmeier wertet den Abend trotz des Rückgangs als Erfolg. Bis drei Uhr wurde im Freien friedlich gefeiert, danach gab es in den Lokalen der Neckarstadt keine Sperrstunde. Noch kurz vor Mitternacht war vielerorts kaum ein Durchkommen.

Premiere: Punkt 18 Uhr, nachdem die Kirchenglocken verstummten, eröffnete erstmals Jürgen Roth als Oberbürgermeister die Großveranstaltung auf der Hauptbühne auf dem Muslenplatz. Die Doppelstadt habe viel zu bieten, sagte er. „Vieles können sie heute hier erleben“, richtete sich der OB an die bereits zahlreich anwesenden Gäste. „Villingen-Schwenningen steht nicht still, vor allem nicht in dieser Nacht.“ Er dankte allen Beteiligten sowie den über 1000 Akteuren für ihren Einsatz und gab schließlich den Startschuss. Traditionell übernahm im Anschluss die Schwenninger Stadtmusik die Bühne.
Höhepunkte: Zwar vermissten einige Besucher die ganz bekannten Namen im Programmplan, wie zum Beispiel die Spider Murphy Gang im letzten Jahr. Doch gelangweilt musste wirklich niemand nach Hause gehen, im Gegenteil. Für nahezu jeden Geschmack wurde etwas geboten. Wirklich alle Programmpunkte lassen sich bei einer Kulturnacht sowieso nicht anschauen, dafür wird viel zu viel geboten.
Vielmehr müssen Gäste sich treiben und überraschen lassen, oder gezielt einige wenige Ziele ansteuern. Das macht jedoch auch den besonderen Reiz der Veranstaltung aus. Überraschend viel Publikum bannte das Bayrische Juniorballet München. Die Tänzer zeigten, dass klassischer Tanz auch auf einer Freiluftbühne funktionieren kann. Für das Publikum gab es einen Ballett-Schnellkurs, und hunderte Zuschauer machten mit. „Es war ein Experiment“, berichtet Dobmeier, ein erfolgreiches, wie sich herausstellte.
Am meisten los war schließlich aber doch bei der Band Goodfellas, die dem Publikum bis zum traditionellen, musikalischen Feuerwerk mit Coverhits und einer professionellen Bühnenshow einheizte.
Festival im Festival: Etwas Abseits der Hauptwege hat sich im Garten des Jugendhauses Spektrum ein kleines Musikfestival im Rahmen der Kulturnacht etabliert. Auf der Naturbühne gab es alternative Musik, Punk und Rock auf die Ohren. So mancher Gast blieb hier im gemütlichen Ambiente hängen und ließ die vielen andere Kulturnacht-Angebote sausen.
Remain a Mystery, Lumberjerkz, We are und die Stuttgarter Formation Electric Love ließen es nacheinander auf dem Erdhügel ordentlich krachen.
Sicherheit: Nachdem 2018 der Muslenplatz beim Auftritt der Spider Murphy Gang für eine Weile wegen Überfüllung gesperrt werden musste, wurde in diesem Jahr im hinteren Bereich eine sogenannte Laufzone abgezäunt, durch die Besucherströme fließen konnten und im Notfall Einsatzfahrzeuge einen Weg finden. Ordner stellten sicher, dass in diesem Bereich niemand stehen blieb.
Das Konzept ging auf, bilanziert Dobmeier. Auch sonst soll es keine Zwischenfälle auf dem Gelände gegeben haben. Lediglich am Bahnhof und im Neckarpark sei es vereinzelt zu Einsätzen gekommen. Diese sollen jedoch keinen Bezug zur Kulturnacht gehabt haben.
Sperrstunde: Das Bühnenprogramm endete kurz nach Mitternacht. Gastronomen durften ihre Gäste im Außenbereich bis drei Uhr weiter bewirtschaften. Danach ging es in den Lokalen weiter. „Ich habe um drei Uhr meinen Rundgang gemacht“, so der Kulturamtsleiter. Alle Wirte hätten sich an die Vorgaben der Verwaltung gehalten.