Proteste, hohe Kosten – und am Ende eine Neuentscheidung des Gemeinderats: Die Radolfzeller Buslinie 4 in die Quartiere Altbohl und Weinburg und zum Waldfriedhof sorgte im Rahmen des neuen Stadtbuskonzepts ab dem Jahr 2026 bereits in der Vergangenheit für Diskussionen. Und nun gibt es erneut Sorgen, die Linie könnte doch nur als Rufbus verdient werden.

Denn nachdem der Gemeinderat im Juli 2024 als Folge von Protesten einiger Bewohner final entschieden hatte, dass die Linie 4 – anders als zuerst geplant – mit einem tagesdurchgängigen Linienverkehr bedient werden soll, kommen nun anderweitige Gerüchte auf. Die Radolfzellerin Gisela Schaumburg berichtet dem SÜDKURIER davon, dass einigen Nutzern der Linie 4 von mehreren Busfahrern in den vergangenen beiden Wochen zugetragen worden sei, dass die Linie ab 2026 doch nur mit einem Rufbus bedient werden soll.

„Wir sind entsetzt, wie vor den Kopf gestoßen. Hintergründe zu diesem Thema sind uns bislang nicht bekannt“, klagt Schaumburg. Der Schreck sei groß, nachdem im vergangenen Jahr von einigen Bürgern mit viel Zeitaufwand und Engagement um den Erhalt der Linie gekämpft worden sei. Schaumburg fürchtet, die für die Umsetzung zuständigen Stadtwerke könnten sich über den Gemeinderatsbeschluss hinwegsetzen.

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Das sagen Stadtwerke und Stadtverwaltung

Anette Abdessemed, die sich um die Medienarbeit bei den Stadtwerken kümmert, widerspricht auf SÜDKURIER-Nachfrage jedoch: „Wir halten uns an den Beschluss des Gemeinderats aus dem Sommer 2024 und setzen diesen um.“ Ihr sei nicht bekannt, woher diese Gerüchte stammen, eine entsprechende Information sei von den Stadtwerken nicht kommuniziert worden. Die Detailplanung zum Stadtbuskonzept befinde sich derzeit in der finalen Abstimmung. Also alles gut?

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Auch die Stadtverwaltung erklärt auf Nachfrage, es gebe keinen neuen Beschluss – der von Juli 2024 gelte. Julia Theile, Referentin von OB Simon Gröger, teilt mit, in den vergangenen Wochen sei auch Gröger auf dem Wochenmarkt von mehreren Bewohnern des Altbohl angesprochen worden. Auch dabei ging es um die Sorge, dass die gemachten Zusagen möglicherweise nicht eingehalten werden könnten.

Rufbus verkehrt zusätzlich in den Abendstunden

Simon Gröger stellt jedoch klar: „Wir möchten nochmals ausdrücklich bestätigen, dass die gefassten Beschlüsse selbstverständlich wie geplant umgesetzt werden.“ Schließlich habe er sich selbst für einen regulären Linienverkehr eingesetzt, nachdem es zu Protesten gekommen war. Ein Rufbus werde auf der Linie 4 lediglich in den Abendstunden zusätzlich zur Verfügung stehen.