Pünktlich zum Anpfiff des Markdorfer Fußballcamps kam die Sonne raus und strahlte mit den jungen Kickern um die Wette. Drei Tage lang bewegten sich die 30 Jungen und Mädchen täglich rund sechs Stunden auf dem Spielfeld.

„Jeden Spieler da abholen, wo er steht“
Man konnte gut beobachten, dass einige der jungen Spieler schon von frühester Kindheit an mit dem Fußball vertraut sind. Für andere war der Sport etwas komplett Neues. „Wir haben jedes Jahr eine bunte Mischung an Kindern und das macht für uns den Reiz an so einem Camp aus“, erzählt Trainer Daniel Schmid und ergänzt: „Jeden Spieler da abzuholen, wo er steht, individuell in den drei Tagen zu fördern und dabei auch noch eine Menge Spaß zu haben.“
Kinder sollen Erfolge erleben
Der 39-Jährige veranstaltet mit seinem Vater Ewald Schmid seit 15 Jahren das Fußballcamp beim SC Markdorf und ist der Trainer der Scheidegger Jugend. Beiden ist es wichtig, dass in ihrem Camp nur lizensierte Trainer auf dem Platz stehen und die einzelnen Spielergruppen nach ihrem Können zusammengestellt werden, um für jedes Kind den maximalen Erfolg nach drei Tagen zu erreichen. „Wir veranstalten hier keinen Kinderhort sondern echte Fußballschule und möchten, dass die jungen Spieler in entspannter Atmosphäre Tipps und Kniffe an die Hand bekommen“, erklärt der Veranstalter.
Kinder verbessern ihre Techniken
Dass das gelingt, bestätigen die Kinder. Der neunjährige Florian etwa erzählt, er habe seine Kopfballtechnik verfeinern können, Noel berichtet, seine Koordination sowie Reflexe an der Prellwand seien besser geworden. Nicholay sagt: „Im Camp konnte ich das Abkappen nochmal richtig gut lernen.“ Damit sei das Ausspielen des Gegners, also eine Art Körpertäuschung gemeint, erklärt er. Der Elfjährige lebt erst seit zwei Jahren in Deutschland und trainiert beim SC Markdorf. „Bei uns in Norwegen wird einfach nur gefoult und der Gegner weggestoßen“, fügt er an und rollt mit den Augen.

Auch sein Vater kickt bei den Alten Herren in Markdorf und findet, dass das Camp eine gute und sinnvolle Ferienbeschäftigung für die Kinder ist. „Die Kids bekommen viele Fußballtricks vermittelt und der Spaß kommt automatisch, wenn die Jungs auf dem Platz zusammenkommen und nur das Eine wollen – Fußball spielen“, zeigt sich Christer Ramm überzeugt.

Profifußballer als Vorbilder
Die Freude am Fußballsport sieht man auch dem siebenjährigen Diego an, der seit fast drei Jahren beim VfB Friedrichshafen spielt und mal Fußballprofi werden möchte. „Ich will mal kicken wie mein Papa, der spielt auch beim VfB, aber mein großes Vorbild ist James Rodriguez„, erzählt er strahlend und setzt sofort zum nächsten Abschuss an.

Etwas anders stellt sich der fast zwölfjährige Noel seine Zukunft vor: „Mal in einer Liga zu spielen und damit etwas Geld zu verdienen wäre klasse, aber beruflich würde ich gerne Konditor lernen“, erzählt er.

Kinder sollen Erlerntes sofort umsetzen
So gemischt wie die Vorstellungen sind auch die Übungseinheiten auf dem Platz: vom Dribbeln auf engstem Raum mit oder ohne Angreifer über Beidfüßigkeitsparcours bis hin zu Torschussübungen ist alles dabei. „Wichtig ist uns, dass wir den Kindern ganz viele Ballkontakte ermöglichen, um viel Erlerntes sofort umsetzen zu können“, erklärt Trainer Schmid. „Das erreichen wir durch Spielformen in kleinen Gruppen.“
Konstruktive Kritik wichtig
Daniel und Ewald Schmid besitzen beide die UEFA-A-Trainerlizenz und wissen genau, wann sie mit ihren Erklärungen bei den Kindern im Kopf ansetzen müssen und wann in der Spieltechnik. „Nicht nur im Zeigen von Tricks oder Vermitteln von Spielerfähigkeiten, sondern auch im Loben, Motivieren sowie konstruktiven Kritisieren der Kinder sehen wir einen qualitativ guten Trainer“, erläutert Daniel Schmid ihren Anspruch an sich selbst.
Dass dieser Weg offenbar Erfolg hat, zeigt sich nicht nur daran, dass das Camp in diesem Jahr schon zum 15. Mal stattfindet. Auch die positiven Kommentare der Kinder sprechen dafür. Trotz der vielen Trainingsstunden wollten viele am Ende gar nicht runter vom Platz. Doch zur Siegerehrung waren dann doch alle da, denn traditionell werden am Ende der drei Tage Dribbel- und Torschusskönig sowie der Gewinner des Fußballquiz ausgezeichnet.