Der Borkenkäfer macht den Wäldern der Region zu schaffen. Nach den vielen Regenfällen im Juli und einer darauf folgenden Hitzeperiode herrschten ideale Bedingungen für den Schädling. Aber wie schlimm ist die Situation in Mühlingen und den umliegenden Gemeinden?

Nicht jeder Wald ist gleich stark betroffen. Das verdeutlicht Simon Heizmann, der das Mühlinger Forstrevier leitet. Aber die Lage sei in den umliegenden Gemeinden ähnlich wie in Mühlingen. Er sei auch nach der im Frühsommer kühleren Phase noch optimistisch gewesen, dass ein explosionsartiger Anstieg an befallenen Fichten ausbleiben könnte.

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Doch nun muss er sagen: „Wir haben nun bereits zum dritten Mal in diesem Jahr mit unterschiedlichen Unternehmern an unterschiedlichen Plätzen Flächen und Bäume abgearbeitet, bei denen wir nun eine ansteigende Schwarmaktivität verbunden mit Schadholz beobachten konnten.“

Förster planen für den Ernstfall vor

Selbstverständlich habe man vorsorglich bereits in den Haushaltsplanungen immer einen gewissen Prozentsatz an Holz eingeplant, das durch Ereignisse wie Sturm oder Borkenkäferbefall eingeschlagen werden muss. Deshalb sehe er trotz der Zunahme an Schwarmaktivität noch keinen Grund zur absoluten Beunruhigung.

Dennoch ist es ihm wichtig, möglichst viele Privatwaldbesitzer dazu zu animieren, ihre Baumbestände zu kontrollieren und, da, wo es nötig ist, einzugreifen, um den Käfer-Bestand zu regulieren. Denn: „Aktuell haben wir wieder viele befallene Bäume, die neu hinzugekommen sind. Es sind oftmals Einzelbäume, die etwas verstreut daherkommen“, so Heizmann.

Es ist viel Arbeit, den Schädling in Schach zu halten

Diese Beobachtung hat auch Uwe Bruggner, Revierleiter bei Forst BW aus Heudorf im Hegau, gemacht. Nach der kühleren Phase mit Niederschlägen folgte eine Hitzeperiode, welche die Massenvermehrung des Fichtenschädlings stark beschleunigte, wie er sagt.

Er kämpfe, wie alle seine Kollegen in den umliegenden Gemeinden, Forstbezirken oder auch im Großprivatwald, mit dem gleichen Problem: Es gilt den Borkenkäfer in Schach zu halten. Dies bedeutet auch für ihn eine häufige und aufmerksame Befallskontrolle, um eventuellen Frischbefall schnell zu erkennen und die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Heizmann ist sich sicher, dass man künftig hinsichtlich der Endnutzung der nun „dicken Fichten“ ein Umdenken in den Gremien braucht, um finanzielle Schäden für die Waldbesitzer zu verhindern.