In der Blumberger Stadtchronik ist ein Ölgemälde des Hüfinger Malers Martin Menrad aus dem Jahr 1688 abgebildet. Im Vordergrund gehen drei Kamele vom Eichberg kommend auf der Verlängerung der heutigen Vogtgasse, rechts ist die Burg, links die Stadt, darüber die Kirche und der Buchberg mit dichtem Wald.

Würde Martin Menrad die Stadt heute malen, wäre die Burg nicht mehr zu sehen, dafür stünde in der Stadt ein Häusermeer mit der beidseitigen Bebauung in der Vogtgasse. Nur der Wald auf dem Buchberg, auf den der Blick fällt, stünde noch wie einst.

Die Idylle ist bedroht

Doch was vielen Zeitgenossen bis heute oft selbstverständlich erscheint, ist bedroht. Die Mischwald-Idylle an Eichberg und Buchberg ist gefährdet. Trockenheit und Borkenkäfer machen den Kulturen zu schaffen, schildert Wolfgang Schelb, Revierleiter für das Revier Blumberg/Achdorf/Riedböhringen mit dem Eichberg und Buchberg. 1980 begann der gebürtige Überachener, dessen Vater Benedikt Schelb schon Revierleiter in Diensten der Stadt Blumberg war, seine Ausbildung bei der Stadt, seit 1985 trägt er als Revierleiter Verantwortung.

So eine Trockenheit noch nie erlebt

"So eine Trockenheit hat es während meiner Dienstzeit noch nie gegeben" sagt Schelb, dieses Jahr empfinde er als noch trockener als das Jahr 2003 mit dem extrem heißen Sommer. Besonders betroffen seien die Flachwurzler, hauptsächlich die Fichte. Viele Fichten seien abgestorben, wegen der Trockenheit und dem Borkenkäfer, der dann "leichtes Spiel" habe. "Man merkt, dass die Bäume alle nadeln", erklärt der Revierleiter. Die Douglasie wurzle tiefer, und die Weißtanne und Kiefer seien als Pfahlwurzler ohnehin wesentlich widerstandsfähiger.

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Wie hoch der Anteil der betroffenen Bäume ist, kann Schelb nicht sagen. Nur so viel: Besonders ausgeprägt sei das Absterben an Südhängen und auf Kämmen, besonders wenn die Böden gut wasserdurchlässig seien.

"Der Wald ist angerissen"

Schelbs Kollege Stefan Riedmüller, zuständig für das Revier Blumberg/Riedöschingen, das von der Länge über Riedöschingen, Zollhaus, Randen und Nordhalden bis zur Schweizer Grenze reicht, erlebt das Jahr genau so. Der Wald sei viel stärker vom Borkenkäfer befallen als sonst, "wir sind noch voll am Aufschaffen." Nachdenklich ergänzt er: "Der Wald ist angerissen, wir brauchen Regen." Sonst habe auch ein Sturm viel mehr Angriffsfläche.