Eishockey: „Das ist schon lustig“, findet Haakon Hänelt. Der junge Neuzugang der Schwenninger Wild Wings trifft bei seinem neuen Club auf einen alten Bekannten. Als gebürtiger Berliner erlernte der heute 22-Jährige nicht nur das Eishockey spielen bei den Junioren der Eisbären Berlin. Nein, er war natürlich auch Anhänger der „großen“ Eisbären. Im Besonderen von Steve Walker. „Mein Vater war großer Fan von ihm und ich natürlich auch“, erinnerte sich Hänelt an den einstigen Super-Stürmer der Hauptstädter.

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Nun ist der Ex-Profi sein Cheftrainer bei den Wild Wings, was wiederum der junge Angreifer irgendwie witzig findet. „Das hat was“, sagt Hänelt grinsend. Und erklärt im Anschluss auch direkt, wie wichtig der Headcoach bezüglich seiner Entscheidung, nach Schwenningen zu wechseln, war. „Ich habe ja in den letzten Monaten auch beobachtet, wie viel Eiszeit die jungen Spieler hier bekommen. Aki Dziambor oder Philip Feist wurden hier sehr gefördert.“

So war es denn kein weiter Weg vom ersten Anruf durch Geschäftsführer Stefan Wagner bis zur Vertragsunterschrift. Zumal die neue Rückennummer 19 mit Wagner schon über einige Jahre in Kontakt gestanden hatte, da man eine gemeinsame Vergangenheit beim EHC Red Bull Salzburg hat.

In der österreichischen Mozart-Stadt besuchte Hänelt drei Jahre lang die renommierte Red-Bull-Akademie, hatte dafür die ebenfalls für ihre gute Jugendarbeit bekannten Eisbären verlassen. Ausschlaggebend war die deutlich stärkere internationale Ausrichtung der Salzburger. „Wir haben zum Teil in der tschechischen U20-Liga mitgespielt. Dazu kamen Turniere in Skandinavien oder auch Nordamerika. Das ist schon etwas ganz anderes“, berichtet Hänelt.

Mit 17 die ersten DEL-Spiele

Nach der Zeit auf der Akademie holte ihn Berlin flugs zurück und der damals 17-Jährige absolvierte seine ersten DEL-Spiele. Und feierte mit seinem Heimatclub dann auch gleich die Meisterschaft. Zur Belohnung gab es einen Platz im NHL-Draft. In diesem wählen die Clubs der besten Liga der Welt vielversprechende Talente aus der ganzen Welt für ihre zukünftigen Kader aus.

Auch Hänelt war im Sommer 2021 auf der Liste, fieberte allerdings auf Grund der Corona-Pandemie nicht vor Ort, sondern im Bundesleistungszentrum in Füssen der Auswahl-Lotterie entgegen. „Ich war mit Florian Elias im Zimmer und auch Nikita Quapp, der ebenfalls auf der Liste stand, war bei uns. Es war ja schon nachts um drei Uhr und wir sollten am nächsten Tag um zwölf oder 13 Uhr ein Spiel austragen. Wir haben aber trotzdem ein kleines bisschen gefeiert“, freut sich der Linksschütze auch heute noch über diesen Moment. Denn tatsächlich wurde Hänelt von den Washington Capitals in der fünften Draft-Runde an Position 151 ausgewählt.

In der Nähe von Ottawa

Bereits zuvor fand der CHL-Draft statt. Der CHL Import Draft ist ein seit 1992 existierender Entry Draft der Canadian Hockey League, in dem die Talente zwischen den Teams der drei großen kanadischen Juniorenligen, Western Hockey League, Ontario Hockey League und Ligue de hockey junior majeur de Québec, aufgeteilt werden. Als Bestätigung seiner guten Premierensaison in der DEL wurde Hänelt auch hier ausgewählt und spielte fortan für die Gatineau Olympiques in der Nähe von Ottawa. Zwei Saisons blieb er in Kanada, kehrte dann ins deutsche Oberhaus zurück.

Mit Verletzungen zu kämpfen

Die Kölner Haie sicherten sich die Rechte am talentierten U20-Nationalspieler. Es folgten weitere 40 DEL-Spiele, aber auch ein kurzer Ausflug in die DEL2 nach Bad Nauheim und in die nordamerikanische Profiliga AHL zu den Hershey Bears.

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Für letztere machte Haakon Hänelt nur ganze zwei Spiele. „Ich hatte in den letzten paar Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Damals war es die Schulter, dazu kamen später eine Meniskusverletzung und der Riss des Syndesmosebandes“, erklärt der 1,83 Meter große und 84 Kilogramm schwere Berliner seine zuletzt geringe Anzahl an Spielen.

Hoffnung auf die Wende

In Schwenningen soll nun die Wende zum Besseren kommen. Gemeinsam mit seiner Freundin hat sich der U23-Spieler bestens eingerichtet und sieht dem Konkurrenzkampf unter den Jungen entspannt entgegen. „In Köln waren wir streckenweise sieben U23-Spieler. Ich habe schon früh gelernt, mit Druck umzugehen. Zudem will ich im Kader sein, weil ich gut genug bin und nicht, weil ich U23 bin“, sagt Haakon Hänelt.

Und setzt sich deshalb auch nur ein Ziel: „Gerade weil ich in den letzten beiden Jahren nicht so viel gespielt habe, kann es für mich nur darum gehen, mich in die Mannschaft zu spielen. Ich nehme jede Rolle an, die mir der Trainer gibt und möchte diese gerne im Laufe der Saison ausbauen und mich hoch arbeiten.“