1. Corona dient als Vorwand für eine Diktatur

So lautet der häufigste Vorwurf an die staatlichen Stellen, die seit März drastische Maßnahmen verhängten, um die Folgen von Covid-19 in den Griff zu bekommen. Schließungen, Maskenpflicht und zahlreiche Verbote schränken manches Grundrecht ein, aber: Von Diktatur kann nicht die Rede sein. Keine Partei, kein Einzelner profitiert davon. Die Eingriffe sind vorübergehend und eng an die Corona-Kurven geknüpft. Eine Diktatur ist dem Wesen nach unbeschränkt, nicht transparent und dem Willen eines Diktators unterworfen. Der Vorwurf einer deutschen Corona-Diktatur ist ein Luxus-Argument; wer die Ereignisse in Weißrussland verfolgt, kann ermessen, wie eine Diktatur agiert und die eigenen Bürger ins Krankenhaus prügelt.

Bodo Schiffmann, Gründer der Bewegung „Widerstand 2020“, die sich gegen die Corona-Beschränkungen richtet.
Bodo Schiffmann, Gründer der Bewegung „Widerstand 2020“, die sich gegen die Corona-Beschränkungen richtet. | Bild: Thomas Kienzle, AFP

2. Corona ist eine gewöhnliche Grippe

Das sagen eine Handvoll kritischer Ärzte, zum Beispiel der Kieler Professor für Mikrobiologie Sucharit Bhakdi. Für ihn und einige Kollegen stellt Corona-Virus keine Pandemie dar, sondern eine Epidemie, die jedes Winterhalbjahr an der Gesundheit rüttelt. Die Maßnahmen seien völlig überzogen, sagt er. Dabei werden die teils brutalen Verläufe von infizierten Menschen vergessen, auch bei jungen Menschen. Gegen die Verharmlosung des Virus sprechen auch die Fallzahlen zum Beispiel in Frankreich oder Italien. Länder, die die Gefahr zunächst ignorierten, bezahlten dafür einen hohen Preis wie die USA, deren Präsident die Bedrohung wochenlang herunterspielte.

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3. Unsere Meinungsfreiheit ist gefährdet

Das ist das bizarrste Argument. Es wird von Bürgern vorgetragen, die sich im Moment der Kritik aller Mittel der Meinungsverbreitung bedienen dürfen – ungestraft. Corona-Leugner nutzen alle Medien, um ihre Ansichten populär zu machen. Die einschlägigen Veranstaltungen wie Querdenken sind genehmigt und polizeilich geschützt. Das ist Meinungsfreiheit pur.

4. Die Krise ist von den Medien gemacht

Das ist ein beliebter Vorwurf, den man übrigens bei allen Krisen hört. Auch durch häufiges Wiederholen wird die Behauptung nicht wahrer. Zeitungen und Onlinedienste berichten lediglich über Corona – sie haben es weder verursacht noch haben sie es bestellt oder aufgeblasen.

Eine Frau lässt sich gegen Grippe impfen. Das mit dem sich gerade in der Entwicklung befindlichen Impfstoffs gegen Covid-19 auch ein ...
Eine Frau lässt sich gegen Grippe impfen. Das mit dem sich gerade in der Entwicklung befindlichen Impfstoffs gegen Covid-19 auch ein Chip eingepflanzt werden soll, ist einer der Hauptvorwürfe Impfgegnern. | Bild: Martin Schutt, dpa

5. Corona ist ein Trick der Pharmabranche

Sicherlich werden die Gewinne der Hersteller steigen, sobald ein geeigneter Impfstoff gefunden sein wird. Doch spricht das nicht gegen eine Impfung, sobald die Tests erfolgreich sein sollten. Das Impfen hat sich auf breiter Linie bewährt, es rettet Leben. Die Einwände der Gegner sind teils abwegig – etwa die Behauptung, dass zusammen mit dem Impfstoff ein Chip implantiert werde, der den Geimpften lebenslang steuerbar macht. Beweise: null.