Kostenlos parken? Was die FDP für Deutschlands Innenstädte fordert, dürfte der Traum vieler Autofahrer sein. Aber ist das überhaupt sinnvoll?
Wir haben in den Rathäusern nachgefragt, ob die Stadtverwaltungen dem Vorstoß der Regierungspartei etwas abgewinnen können.
Gebühren lohnen sich für Villingen-Schwenningen
Für das Oberzentrum sind die Parkgebühren eine wichtige Einnahmequelle. 1,2 Millionen Euro sind es laut Mitteilung des Rathauses pro Jahr. „Ein Verzicht darauf würde entsprechend im Haushalt fehlen“, heißt es von Pressesprecherin Madlen Falke.

Vorschläge im Gemeinderat zu kostenlosem Parken oder Kurzzeitparken gratis (Brezeltaste) gab es immer wieder. „Die Anträge erhielten dabei keine Mehrheit und wurden nach intensiven Debatten abgelehnt„, so Falke.
So viel kostet das Parken in den Städten
Innenstadt wird vielfältig gestärkt
Um die Innenstadt wirtschaftlich zu stärken, verfolge die Stadt mehrere Ansätze. „Es wurde am Samstag der kostenlose ÖPNV eingeführt“, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Offene Bühnen bringen samstags Musik in die Stadt bringen, um die Aufenthaltsqualität steigern. In Schwenningen wurde zum zweiten Mal der Stadtstrand umgesetzt.
Die Stadtverwaltung nehme außerdem an ZIZ (Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren) teil. Im Rahmen des Förderprogramms sei auch die SÜDKURIER City Logistik eingeführt worden.
Mobilitätsmix aus Auto, Bus und Rad
Villingen-Schwenningen setzt nach eigener Darstellung auf einen Mobilitätsmix aus Auto, öffentlichem Nahverkehr und Rad.
Der Vorstoß der Bundes-FDP richte sich eher an Großstädte, die mancherorts verstärkt den Autoverkehr aus den Städten verbannen wollen. „Dieser Vergleich mit VS ist nicht gegeben“, findet die Sprecherin der Stadt.
Es geht auch ohne Parkgebühren
„In der Donaueschinger Innenstadt werden derzeit flächendeckend keinerlei Parkgebühren erhoben. Der Verzicht auf Parkgebühren ist also machbar“, heißt es von der Stadtverwaltung auf unsere Fragen zum FDP-Vorschlag.
Donaueschingen verfolge das Ziel, den reinen Durchgangsverkehr durch die Innenstadt zu verringern und auf den CityRing zu leiten. Die Innenstadt solle aber weiterhin für alle Verkehrsmittel gut erreichbar bleiben.
„Grundsätzlich ausreichend Parkraum in Innenstadtnähe anzubieten ist der Stadt Donaueschingen zudem seit jeher ein wichtiges Anliegen“, heißt es von Beatrix Grüninger, der persönlichen Referentin des Oberbürgermeisters.
Es geht um die Aufenthaltsqualität
Donaueschingen macht die Attraktivität seiner Innenstadt nicht allein von der Verkehrssituation abhängig. „Eine ebenso bedeutende Rolle spielen hierbei beispielsweise auch die Aufenthaltsqualität, das Einkaufserlebnis, die individuelle und persönliche Beratung, der Dienstleistungsgedanke, die Servicequalität und vieles mehr“, schreibt Grüninger.
Ein Beratungsbüro sei beauftragt worden, ein übergreifendes Zielbild zur Attraktivitätssteigerung zu erarbeiten.
Parkgebühren gehören zum Mobilitätskonzept
In Bad Dürrheim gab es zur Verkehrssituation in der Innenstadt mehrfach Beteiligungsworkshops. „Ein daraus folgendes Mobilitätskonzept ist beauftragt“, schreibt Nicole Schneckenburger von der Pressestelle der Stadt. Ein Planungsbüro werde dazu ein Verkehrsmodell entwickeln.
Die Frage der Einführung von Parkgebühren werden noch im Rahmen des Mobilitätskonzepts thematisiert.