Ein geplanter Freiflächen-Solarpark spaltet derzeit die Nachbarschaft im Bereich Vogte im St. Georgener Ortsteil Langenschiltach.
Einerseits sucht der Antragsteller eine wirtschaftliche Nutzung für seinen Hof und argumentiert damit, politische Vorgaben umsetzen zu wollen. Andererseits befürchten die Nachbarn insbesondere eine Beeinträchtigung des Tourismus durch Verunstaltung des Landschaftsbildes.
Jetzt machten sich Gemeinde- und Ortschaftsräte ein Bild von der Örtlichkeit.
Emotionen gehen hoch
Mit vielen Emotionen behaftet war dann die im Rahmen des Ortstermins entstandene Diskussion, an der neben Gemeinde -und Ortschaftsräten, Vertretern der Verwaltung und dem Antragsteller Thomas Dold auch eine stattliche Anzahl an Nachbarn teilnahm, die gegen das Projekt sind.

Stadtbaumeister Alexander Tröndle ordnete zunächst ein, dass jeder Grundstücksbesitzer zunächst das Recht habe, auf seinem Grundstück zu machen, was er will.
Dann umriss Alexander Babioch, Geschäftsführer des Unternehmens KlarVolt, das das Projekt umsetzen will, das Projekt grob. Die Anlage soll eine Leistung von 6,5 Megawatt erzeugen und auf einer Fläche von knapp sechs Hektar entstehen.
Der Solarpark soll eine Laufzeit von 30 Jahren mit Option auf Verlängerung oder dann rückstandslosen Rückbau haben, weil die Modulaufständerungen ohne Betonfundamente in die Erde gerammt werden, erläuterte Antragsteller Thomas Dold den Gemeindevertretern seine Intention.

Demnach, so betonte er, suche er eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Nachnutzung für den Hof, den er zusammen mit seiner Schwester von den Eltern geerbt hat.
Da er selbst kein Landwirt ist, die Flächen landwirtschaftlich demnach nicht selbst nutzen kann und sich seiner Schilderung nach kein Pächter findet, der das Land bewirtschaftet, erscheint es ihm als die pragmatischste Lösung, einen Solarpark zu errichten, um so Erträge zu genieren.
Anlage bereits deutlich reduziert
Wie Dold versicherte, habe er aus Rücksicht auf die Nachbarn die zunächst geplante Größe der Anlage bereits deutlich verkleinert. Deshalb sei ein erster Investor aufgrund mangelnder Rentabilität bereits abgesprungen.
Noch mehr verkleinern will Dold die Anlage nicht. „Ich setze nur politische Vorgaben um“, beruft sich Dold darauf, das Angebot an regenerativen Energien auszubauen, um den steigenden Strombedarf abdecken zu können.
Befürchtungen der Anwohner
Die Anwohner positionieren sich geschlossen gegen die Umsetzung des Projekts, sowohl was die Größe als auch den Standort betrifft. Sie warfen erhebliche Bedenken unter anderem bezüglich der Reflexionen der Solarmodule und der Auswirkungen auf die Erwärmung des gesamten Tals durch die Sonneneinstrahlung ein.
Auch die Höhe der Module, die zwischen drei und maximal vier Meter hoch sein werden, sowie ein Schutzzaun, der Wanderern den Blick auf die bislang unberührte Landschaft versperren werde, monierten die Anwohner in teils hitziger Diskussion.

Alexander Babioch schloss Spiegelungen nahezu aus, da die Module mit einer Antireflexionsfolie beschichtet seien. Er räumte zwar ein, dass sich die Module bei intensiver Sonnenbestrahlung auf 60 bis 80 Grad aufheizen können. Eine Auswirkung auf das Tal sah er nicht. „Der Asphalt auf der Straße heizt sich ja auch auf.“
Anwohner fürchten um das Landschaftsbild
Den größten Einwand haben die Anwohner bezüglich des Landschaftsbildes. Wie Annette Lehmann, Vermieterin von Tiny-Ferienhäusern auf der gegenüberliegenden Seite des Hügels, wo der Solarpark entstehen soll, sagt, würden Feriengäste genau diesen Blick auf die unberührte Natur genießen.
Auch andere Anwohner äußerten Bedenken, dass ihre Feriengäste künftig möglicherweise ausbleiben könnten, wenn das Landschaftsbild durch den großen Solarpark verunstaltet werden.
Johannes Probst warf ein, „dass der Schwarzwald eine Marke ist. Die Touristen kommen genau deswegen, um dieses unberührte Landschaftsbild zu genießen. Und diese Marke gilt es zu schützen.“

Dem stellte Thomas Dold die Frage entgegen, weshalb das Nachbargewerbe funktionieren soll und darf – und seines nicht?
Er kündigte an, dass, sollte der Gemeinderat seinen Antrag ablehnen, sich nicht weiter um die Pflege der Fläche kümmern werde. „Dann lasse ich die Fläche zuwachsen.“
Anderer Solarpark bereits genehmigt
Rolf Epting, Mitglied des Langenschiltacher Ortschaftsrates, der ebenfalls einen Solarpark errichten wird, der bereits genehmigt ist, brachte die Idee eines Flächentauschs ins Spiel.
Intention wäre es, dass der Investor seinen Solarpark auf einer anderen, weniger präsenten Fläche errichten könnte.