VS-Schwenningen Sie arbeiten oft im Hintergrund, liefern Lösungen für handfeste Probleme und bereichern Firmen mit wertvollen Ideen: Die Absolventinnen und Absolventen der Feintechnikschule Schwenningen leisten weit mehr als nur schulische Projektarbeit. Eine Untersuchung der Steinbeis-Transferzentrum Infothek zeigt nun, welchen wirtschaftlichen Nutzen diese Arbeiten für die regionale Wirtschaft bringen – und der ist laut Pressemitteilung beachtlich. Rund 65 Technikerinnen und Techniker schließen jährlich ihre Weiterbildung an der renommierten Schule ab. Jede Technikerarbeit umfasst im Schnitt 360 Stunden – praxisnah, an realen Fragestellungen lokaler Betriebe orientiert. Rechnet man diesen Arbeitsaufwand mit einem branchenüblichen internen Stundensatz von 45¦Euro auf, so ergibt sich ein jährlicher Mehrwert von mehr als einer Million Euro, der in die regionale Wirtschaft fließt. Innovationen made in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg: „Viele dieser Unternehmen haben keine eigene Forschungsabteilung. Für sie sind die Technikerarbeiten echte Innovationsimpulse“, sagt Wolfgang Müller vom Steinbeis-Transferzentrum.

Die Projekte reichen von Prozessoptimierungen über Produktideen bis hin zu Digitalisierungslösungen. Eine Analyse zeigt, dass rund 90 Prozent der Unternehmen, die mit den angehenden Technikern kooperieren, in der Umgebung der Schule liegen. „Die Feintechnikschule wirkt wie ein Innovationsmotor mitten im Herzen der Region“, betont Schulleiter Thomas Ettwein.

Ein Beispiel dafür ist die Projektarbeit von Christian Storz. Er hat in seiner Abschlussarbeit eine Lautsprecher- und Lichtsäule für den Außenbereich technisch durchdacht umgesetzt. Zusammengearbeitet hat er dafür mit WHD in Deißlingen. Als mittelständisches Familienunternehmen entwickelt WHD seit über 90 Jahren innovative Audiolösungen. „Technikerschüler und Studenten bringen frische, unvoreingenommene Ideen in unser Unternehmen. Gemeinsam mit ihnen können wir Themen angehen, die wir ohne ihre Unterstützung oft nicht realisieren würden – weil sie innovativ, experimentell und mitunter risikoreich sind“, sagt Geschäftsführer Stefan Huber, „Christian Storz hat ein seit Längerem ruhendes Projekt nicht nur wiederbelebt, sondern so weiterentwickelt, dass wir es nun in die Serienfertigung bringen können.“

Nicht messbar, aber mindestens ebenso wichtig: die Kreativität der angehenden Technikerinnen und Techniker sowie die intensive Betreuung durch die Fachlehrkräfte. Diese seien, so formuliert es ein Dozent, „Geburtshelfer für Ideen, die in Unternehmen oft jahrelang unbemerkt schlummern“. Dass die Absolventen später dort zu Fachkräften werden, wo sie ihre Technikerarbeit geschrieben haben, sei ein weiterer Bonus: „Die meisten bleiben in der Region – ein echter Gewinn angesichts des Fachkräftemangels“, sagt Wolfgang Müller. (pm/mis)