Mit dem Abbau von bislang 36 Altkleidercontainern will das Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises die zunehmende Vermüllung der Containerstellplätze abstellen. Denn die werden mehr und mehr zum Anziehungspunkt für Müllsünder.
Die aktuellen Entwicklungen in VS-Schwenningen machen jedoch deutlich, dass sich das Problem zum Teil an die Wertstoffhöfe verlagert hat. Während das Landratsamt an einem neuen Konzept zur Alttextilerfassung arbeitet, greifen Bürger bereits zu Selbsthilfe gegen Vermüllung – ob durch Absperrungen oder Hinweisschilder.
Anwohner greifen durch
In der Röntgenstraße in Schwenningen zeigte sich jüngst ein Beispiel dafür: Dort wurde ein Altkleidercontainer von Anwohnern mit einem großen Karton und Klebeband abgesperrt.
Darauf befindet sich der Hinweis, dass der Container voll ist, Ablagerungen zur Anzeige gebracht werden und der Bereich videoüberwacht ist. Die Initiatoren sind offenbar nicht länger bereit, die Vermüllung vor der eigenen Haustüre zu dulden.

Landratsamt betont Unzulässigkeit
Kristina Diffring von der Pressestelle des Landratsamts betont, dass solche privat angebrachten Absperrungen unzulässig sind. Die angebrachten Hinweise, wie zum Beispiel „Container voll“ seien außerdem nicht zutreffend.
Das Landratsamt rät Anwohnern dringend davon ab, Altkleidercontainer eigenmächtig zu verbarrikadieren. Sofern durch das Anbringen der Schilder die Sammelcontainer des Landkreises in Mitleidenschaft gezogen werden, handelt es sich um Sachbeschädigung.
Stattdessen bestehe die Möglichkeit, dem Landratsamt überfüllte Container per Mail oder telefonisch zu melden: Dies geht unter der Mailadresse abfall@Lrasbk.de oder telefonisch unter 07721 913-7555. Man sei bemüht, dem zuständigen Dienstleister die betroffenen Standorte zeitnah mitzuteilen und für Abhilfe zu sorgen.
Der Müll sammelt sich auf dem Wertstoffhof
Allerdings zeigen sich nun die erwartbaren Folgen, nachdem Container verbarrikadiert oder abgebaut wurden. Denn irgendwo müssen die Altkleider schließlich regulär entsorgt werden können.
Nun landen offenbar innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Kleidersäcke beispielsweise auf dem Wertstoffhof in Schwenningen, wo es auch Altkleidercontainer gibt, allerdings stehen diese außerhalb des Wertstoffhofes. Die Säcke werden in so großen Mengen angeliefert, dass die Container rasch überfüllt sind.
Trotz Schwierigkeiten bei der Leerung sieht das Landratsamt das Sammelgut aber bei den Werstoffhöfen besser aufgehoben als im öffentlichen Raum. Diffring verweist auf Plünderer, die das Sammelgut aus den Containern holen und aufgerissene Kleidersäcke liegen lassen. Dies lässt sich mit der Entsorgung in den Containern der Wertstoffhöfe vermeiden.
Landratsamt verweist auf Regeln
Offiziell sollen Altkleider ausschließlich tragbar, sauber und in verschlossenen Säcken abgegeben werden. Schuhe müssen paarweise gebündelt sein, meldet das Landratsamt. Zudem gelten die regulären Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe als Voraussetzung für die Abgabe.