Fußball: – Die Saison ist angelaufen, die ersten Punkte sind eingefahren, die Ziele sind gesetzt. Haben die Trainer ihre Aufgaben somit definiert, stehen den Verantwortlichen in den Clubs ganz andere Herausforderungen ins Haus. Der SÜDKURIER hat sich bei den Vereinen umgehört, wie sie mit den exorbitant steigenden Energiepreisen umgehen – und interessante Antworten erhalten.
Beim SV 08 Laufenburg hat die Vereinsführung reagiert, hob die Beiträge für Aktive (20 Euro) und Passive (10 Euro) an. Vorsitzender Johann Scheible rechnet damit, dass die Energiekosten für Sportheim und Waldstadion erheblich steigen werden: „Wir haben 24 Mannschaften. Ich gehe von zusätzlichen Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Euro aus. Die Beitragserhöhung wird das um etwa 5000 Euro decken.“

Entsprechend sucht Scheible nach weiteren Möglichkeiten der Optimierung: „Unsere Heizung wurde so eingestellt, dass wir künftig eine akzeptable Maximal-Temperatur erreichen. Frieren wird keiner. Aber die Raumtemperatur muss etwas reduziert werden.“
Weiteres Einspar-Potenzial sieht der Vorsitzende beim Flutlicht: „Mit den neuen und einzeln steuerbaren LED-Strahlern beleuchten wir, wo Licht gebraucht wird – und dimmen auf 80 Prozent Leuchtstärke, wenn das angebracht ist, um Kosten zu reduzieren.“
Ideen-Cluster des DFB für die Vereine
Stadt Waldshut-Tiengen plant Energie-Sparkonzept
Diese Maßgabe haben auch die Kommunen auf der Agenda. Die Stadt Waldshut-Tiengen unterhält zahlreiche Hallen und Sportplätze. Oberbürgermeister Philipp Frank will dem Gemeinderat ein „Handlungspapier“ vorlegen, aus dem ein Energie-Sparkonzept erstellt wird: „Gleichzeitig orientieren wir uns an Vorgaben der Bundes- und Landesregierung, sowie Städtetag“, so Frank.
Teuerung bei der Energie abwarten
Handlungsbedarf sieht auch die Gemeinde Murg. Klimaschutzmanager Frank Philipps bündelt bereits erste Ideen: „Ich habe das Thema auf dem Schreibtisch.“ Philipps will aber auch abwarten, wie sich die Teuerung konkret in den Rechnungen auswirkt.
Teile der Energie bezahlen in Murg die Vereine: „Nutzen wir den Kunstrasen oder die Sabine-Spitz-Halle, notieren wir vor und nach dem Training die Zählerstände“, erklärt Jugendleiter Tobias Butowski vom SV Niederhof. Im Vereinsheim wurde schon viel getan: „Bewegungsmelder fürs Licht in den Toiletten, LED-Birnen, Photovoltaik auf dem Sportheim“, zählt Butowski auf. Was die künftigen Kosten der Gas-Heizung angehe, müsse sich der Verein spätestens Gedanken machen, wenn die Rechnungen ins Haus flattern.“

Ähnlich klingt das bei Werner Wunderle, der als Vorsitzender des FC 08 Bad Säckingen auf die Energiekosten im Blick hat: „Wir heizen mit Gas und sind wachsam.“ Die Stromkosten für das vom Verein angeschaffte neue LED-Flutlicht sollten sich für die Stadt Bad Säckingen in Grenzen halten: „Wir achten sehr darauf, dass die Lampen keine Minute zu lang brennen.“
Sonne heizt Duschwasser seit zehn Jahren
Entspannter blickt Stefan Beck, Vorsitzender des SV Bettmaringen, in die Zukunft: „Dank unserer Solaranlage haben wir seit über zehn Jahren kaum Heizkosten für Duschwasser.“ Lediglich im Winter werde die Gas-Heizung unterstützend tätig: „Es wird immer wieder saniert, um zu sparen. Zuletzt bekam das Sportheim neue Fenster.“

Der Kreisligist setzt stark auf Eigenleistung, weshalb er seine Beiträge sehr moderat gestalte: „Obwohl Energiekosten ein ordentlicher Posten im Haushalt sind“, so Beck, der sich mit seinem Vorstand mittelfristig übers Flutlicht unterhalten will: „Die alte Anlage braucht viel Strom. Für neues Flutlicht ist eigentlich kein Geld da. Wir müssen deshalb abwägen, was wirtschaftlich vertretbar ist – neues Flutlicht oder nicht.“
Neues LED-Licht spart Stromkosten
Wirtschaftlichkeit ist auch beim SV Höchenschwand das Stichwort. Organisationsleiter Felix Baumgartner verweist auf das 2020 angeschaffte neue LED-Flutlicht: „Was wir einsparen, wissen wir nicht. Wir hatten am Rasenplatz zuvor kein Licht.“ Die Kosten für die altgedienten Leuchten am Hartplatz teilt sich der Verein mit SG-Partner SV Häusern: Wir versuchen, das trotz des Normalbetriebs einigermaßen unter Kontrolle zu haben.“ Letztlich habe die Höhenlage sogar einen Vorteil: „Wenn wir viel Schnee haben, können wir nicht trainieren und brauchen kein Licht.“

Energiekosten hat der Verein vorab im Sportheim reduziert: „2021 ersetzten wir unsere Ölheizung und bekommen jetzt Fernwärme von der Hackschnitzel-Heizung der Gemeinde“, so Baumgartner, der zu gern eine Solaranlage installieren würde: „Aber es fehlt das nötige Kleingeld.“ Die flüssigen Mittel investiert der SV Höchenschwand in einen neuen Fangzaun zur B500.