Die Laufenburger Kulturtage, auch bekannt als „Fließende Grenzen“, erlebten im August 2000 ihre Geburtsstunde. Das grenzüberschreitende und Menschen wie Länder verbindende kulturelle Sommer-Programm begeisterte bereits mit der ersten Ausgabe die Besucher. Und noch heute, 25 Jähre später, sorgen die Kulturtage mit ihren vielfältigen Veranstaltungen für gute Laune und sind aus dem kulturellen Leben der beiden Schwesterstädte nicht mehr wegzudenken.

Seit der ersten Ausgabe der „Fließenden Grenzen“ hat sich am Konzept mit Konzerten, Theater, Kleinkunst, Kunstausstellungen, Kabarett und Kultur für Kinder grundlegend nichts geändert. Dennoch überraschen die kulturellen Angebote jedes Jahr mit gelungenen Programmpunkten aufs Neue das Publikum.

Die Mitglieder vom Kulturausschuss beider Laufenburg organisieren seit 2000 die Kulturtage und es gelingt seither ihnen immer wieder mit großem Engagement, Künstler vieler Gattungen für die Veranstaltungen im Laufenburger Sommer zu begeistern. Finanziert werden die Kulturtage von beiden Städten und über Sponsoren.

Mit Kapar Lüscher über die Grenze wandern

Schon die erste Auflage des vergnüglichen grenzüberschreitenden Kulturprogramms wurde für die Besucher zum Erlebnis. Vom Klavierkonzert über ein Bildhauerprojekt für Kinder, Jazz-Festival, Kabarett bis hin zum großen Kunsthandwerkermarkt auf der Brücke wurden die Kulturtage gefeiert. Wie ein roter Faden zogen sich damals die Grenzwanderungen des Schweizer Schauspielers Kaspar Lüscher durch die Kulturtage und ließen die Mitwanderer ganz ungewohnte und verborgene Seiten von Laufenburg entdecken.

Kaspar Lüscher (rechts) nahm die Menschen mit auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise durch Laufenburg.
Kaspar Lüscher (rechts) nahm die Menschen mit auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise durch Laufenburg. | Bild: Charlotte Fröse (Archiv)

Für Klemens Maier den Mitbegründer und ersten Vorsitzenden des Kulturausschusses beider Laufenburg, waren die ersten Kulturtage sehr erfolgreich, obwohl es für das Team des Kulturausschusses und die vielen freiwilligen Helfer sehr intensive Arbeitstage waren, wie er damals betonte. Sein Resümee lautete: „Das machen wir nächstes Jahr wieder“, und dabei bleib es die kommenden Jahre.

Klemens Maier, ehemaliger Vorsitzender des „Kulturausschuss beider Laufenburg“.
Klemens Maier, ehemaliger Vorsitzender des „Kulturausschuss beider Laufenburg“. | Bild: Charlotte Fröse (Archiv)

Die Veranstaltungen vom Jazz-Festival-Verein Laufenburg waren über etliche Jahre ein fester Bestandteil der Kulturtage und seit 2008 ist die einst vom Bildhauer Erwin Rehmann ins Leben gerufene Kulturkommission „Die Brücke“ Teil des Kulturausschusses.

25 Jahre mit vielen neuen Ideen

Die Mitglieder und Präsidenten im Kulturausschuss wechselten im Laufe der Jahre immer wieder und mit dem Wechsel der Personen kamen auch immer wieder neue Ideen auf den Tisch.

Die Programmpunkte sind vielfältig, oftmals überraschend, immer wieder neu und stets im Fluss. Renata Vogt wurde 1999 vom Laufenburger Gemeinderat als eines der ersten Mitglieder in den Ausschuss berufen und sie wirkte die kommenden Jahre überaus erfolgreich. 2014 übernahm Renata Vogt von Tino Brütsch die Leitung des ehrenamtlich tätigen Ausschusses.

Renata Vogt, Buchhändlerin und langjährige Präsidentin vom grenzüberschreitenden Laufenburger Kulturausschuss.
Renata Vogt, Buchhändlerin und langjährige Präsidentin vom grenzüberschreitenden Laufenburger Kulturausschuss. | Bild: Charlotte Fröse (Archiv)

Bis 2022 wirkte sie in ihrem Amt als Präsidentin und Organisatorin. Unvergessen in ihrer Amtszeit sind Auftritte beispielsweise vom Liedermacher Pippo Pollina, dem Kabarettisten Peter Spielbauer, dem Schauspieler, Autor und Geschichtenerzähler Ferruccio Cainero, dem Komiker Valter Rado, Bea von Malchus mit ihrem Erzähltheater, oder das Ensemble Tempus fugit, um nur wenige zu nennen. „Der Auftritt von Konstantin Wecker war der Höhepunkt der Kulturtage 2019“, betonte Renata Vogt. Beim Wort „Tango“, ihrer großen Leidenschaft, bekam Renata Vogt immer wieder glänzende Augen.

Etliche Jahre gehörte der Tango in Form von Workshops, Tanzabenden und dem Tango-Frühstück auf der Brücke fest zum Programm. „Wo sonst wird auf der Brücke zwischen zwei Ländern Tango getanzt“, schwärmte sie im Rückblick auf ihr Schaffen im Kulturausschuss.

Auch Corona kann die Kulturtage nicht bremsen

Im Corona-Jahr 2020 wagten die „Fließenden Grenzen“ ein Experiment. Große Veranstaltungen konnten nicht durchgeführt werden und so wurde kurzerhand die „Blind Date Kultur“ ins Leben gerufen. Dabei gaben Künstler vor einzelnen Zuschauern Vorstellungen und so kam zumindest eine ganz kleine Schar Kulturbegeisterter in den Genuss eines Live-Erlebnisses. Für Künstler, Veranstalter und das Publikum war es gleichfalls ein geglücktes Experiment.

Das „Blind Date Kultur“ war im ersten Corona-Jahr 2020 für Künstler, Veranstalter und das Publikum zugleich ein geglücktes Experiment. ...
Das „Blind Date Kultur“ war im ersten Corona-Jahr 2020 für Künstler, Veranstalter und das Publikum zugleich ein geglücktes Experiment. Im Bild: Adelheit Möltgen und der Komiker Valter Rado beim kulturellen Blind Date in der Buchhandlung am Andelsbach. | Bild: Charlotte Fröse (Archiv)

Walter Marbot und Sonja Wunderlin haben die Präsidentschaft von Renata Vogt als Co-Präsidium 2023 übernommen. Anfang Januar dieses Jahres übernahm Markus Erne von Walter Marbot die Präsidentschaft, zusammen mit Sonja Wunderlin.

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Markus Erne bewertet die Zukunft der Kulturtage nach 25 erfolgreichen Jahren dahingehend: „Im Mittelpunkt sollte das Erlebbare sein, die Unterhaltung, die Vielfalt, die Qualität und die Relevanz. Durch die Übernahme der Programmreihe ‚die Brücke‘ verfolgen wir dieses Ziel mehr oder weniger schon lange, auch schon ganzjährig.“

Markus Erne, derzeitiger Präsident vom „Kulturausschuss beider Laufenburg“.
Markus Erne, derzeitiger Präsident vom „Kulturausschuss beider Laufenburg“. | Bild: Charlotte Fröse

Markus Erne betont, für Laufenburger, die nicht in alle Welt reisen, Kultur aus aller Welt nach Laufenburg zu holen, sei nicht nur für den Sommer ein gutes Konzept. Es ginge primär darum, das Kulturerlebnis im eigenen Lebensraum zu etablieren. Auch zukünftig sollen alle Laufenburger beidseits der „Fließenden Grenzen“ in der Stadt eine gute kulturell angereicherte Zeit haben. Dabei soll eine möglichst breite Altersgruppe angesprochen werden.

„Wenn sich alle trauen, etwas Unbekanntes zu schauen und von uns dann positiv überrascht werden, schätzen wir uns glücklich“, betont Erne. Konkret plant die Kulturkommission für 2026 Evergreens vergangener Jahre aufzulegen, aber auch spannende Künstler im Bereich neue Schweizer Volksmusik sollen die Kulturtage bereichern.