Höchenschwand Um zentrale Fragen über die Zukunft der Gemeinde als Tourismus- und Kurort ging es in der Strategiewerkstatt im Haus des Gastes in Höchenschwand. Sie fand unter der Regie von Leonie Klante und Tobias Klöpf vom Unternehmen Project M statt. Beteiligt waren der Leiter der Tourist-Information Martin Zumkeller mit seinem Team, Bürgermeister Sebastian Stiegeler, Vertreter der Wirtschaftsbetriebe und Privatbetriebe sowie Gemeinderäte. Ende Oktober sollen die Ergebnisse präsentiert werden.

Bürgermeister Stiegeler sagte, die Zukunftswerkstatt im vergangenen Jahr sei im Prinzip der Auftakt zu dieser Veranstaltung gewesen. Damals war der Gemeinderat überzeugt: „Ja, wir sind eine Tourismusgemeinde und ein Kurort und wollen hier investieren und haben in das Haushaltsjahr dieses Jahr entsprechend weiter Geld eingestellt.“

„Wo stehen wir eigentlich, wo wollen wir was und wo wollen wir Qualität entwickeln, wo weiter investieren?“ Das seien die Themen des Treffens, informierte Klöpf. Er war sich sicher: Wenn die Teilnehmer ein attraktives Zukunftsbild schaffen, schaffen sie es auch, die Gemeinschaft dazu zu bewegen, mitzumachen.

Zu der Frage, was die Anwesenden gerne erreichen würden, schlugen diese vor: Wie machen wir unseren Ort wettbewerbsfähig? Wie kommen wir bei den Übernachtungszahlen dorthin zurück, wie vor Corona? Welche Zielgruppe kommt Angebote der Gemeinde infrage, ohne sich zu verzetteln? Mehr in den Dialog, ins Miteinander zu kommen, wurde außerdem aufgezählt. Bürgermeister Stiegeler riet, sich darauf zu fokussieren: „Wo wollen wir hin?“

„Wenn wir über Markt und Rahmenbedingungen sprechen, ist das erste Phänomen, dass wir in einem gesättigten Markt sind“, sagte Klöpf. Bis vor Corona seien die Tourismuszahlen und Bettenauslastung immer weiter angestiegen. „Nach der Pandemie haben die Beteiligten gemerkt, es ist kein Selbstläufer mehr.“ Die Gäste hätten einen höheren Qualitätsanspruch, sie seien viel überlegter, wollten sehr viel für ihr Geld. Manche Hoteliers setzen auf den Schweizer Markt. Doch ist es in Ordnung, fünf oder sechs Euro für ein Bier zu nehmen? „Wie lang kann ich so etwas noch machen? Verzocken wir uns mit unserem Angebot, unseren Preisen?“, fragte Klöpf in die Runde.

Derzeit sehe es so aus, als ob die Hoteliers im süddeutschen Raum Probleme haben, ihre Preise durchzusetzen. Einige sogar erstmalig ein Stück weit reduzieren würden. Hinzu käme der Personalmangel. „Insofern“, empfahl Klöpf, „müssen wir digitale Services anbieten.“ Da seien die Ferienwohnungsbetriebe schon sehr weit. Viele würden schon jetzt die Buchung oder die Schlüsselausgabe digital anbieten.

Auf lokaler Ebene solle außerdem klar definiert werden: „Wo wollen wir eigentlich hin, sonst verlieren wir die Akteure, die Leistungsträger, die Einheimischen.“ Klöpf war sich sicher: „Wenn wir an den Lebensraum denken, geht es auch um die Einheimischen, die Betreiber der Betriebe.“ Sie müssten mitgenommen werden. Die Tourist-Info sehe er deswegen als Brückenbauer. „Diese Strategie betrifft jedoch nicht nur die Tourist-Info, sondern alle, die hier im Raum sind.“ Jeder solle seinen Beitrag dazu geben. „Und wir brauchen was, womit wir die Akteure in den nächsten Jahren begeistern können.“

Ja, es gibt den Markt, unterstrich er. Den Umsatz könne man nach oben treiben, aber nicht mit, „wir können alles, sondern mit Differenzieren: Was bewegt einen großen Teil von uns allen“. Deswegen sei zu klären: Mehr Qualität oder Quantität aufbauen? Mehr Übernachtungstourismus, mehr Tagestourismus? Nachhaltigkeit oder Hauptsache, es geht uns jetzt gut?

Beim Erarbeiten innerhalb der sich anschließenden Workshops ging es den Anwesenden auch darum, welche Infrastruktur in und für Höchenschwand entwickelt werden soll. Es wurden unter anderem vier Orte identifiziert, darunter der Ortskern, der Kurgarten und der Rothausturm, bei denen sich die Anwesenden sicher waren, dass da weiter investiert werden müsse, um Leuchtturmprojekte zu entwickeln.