Höchenschwand Entscheidend für das große Interesse an der Bierzapfsäule beim Höchenschwander Sommertraum der Trachtenkapelle Höchenschwand war die Basstuba, aus dem das Bier diesmal rann.

Als eine Zugabe konnten die Besucher Martin Zumkeller, dem Erfinder der Bier-vom-Bass-Zapfsäule, dabei über die Schulter schauen. Das Konstrukt war da bereits zum dritten Mal im Einsatz. „Vor zwei Jahren war Premiere, und es war auch letztes Jahr am Dorfhock in Gebrauch“, sagt Zumkeller. Bier vom Bass – statt Bier vom Fass, dieses Wortspiel schwirre ihm schon etwa zehn Jahre durch den Kopf.

Das prachtvolle Instrument liegt auf dem gerade gewachsenen Stamm, der aus dem Wald von Andreas Wolber stammt. „Das ist ein alter S-Bass der Trachtenkapelle, der 15 oder 20 Jahre im Speicher des einstigen Rathauses herumstand“, sagt Zumkeller. Das etwa 60 Jahre alte Instrument sei schon gespielt worden, als er dem Verein beigetreten war. Als Martin Zumkeller dem Vorstand von seiner Idee erzählte, habe der es freigegeben. Martin Zumkeller trat 1981 der Trachtenkapelle Höchenschwand bei, spielte dort zunächst Trompete, gab dann sieben Jahre als Dirigent den Takt vor und spielt jetzt wieder im Orchester die Trompete, berichtet der 54-Jährige. Ausgemustert werde ein Instrument, wenn der Verein Platz brauche oder das Instrument „nichts mehr taugt“. Wenn möglich, werde es aber zurückgelegt für das Schmücken eines Maibaums etwa oder als Dekoration einer Bühne, erläutert er.

Kaufen würde ein so altes Teil niemand mehr. Allerdings habe das Musikatelier in Tiengen durchblicken lassen, bevor „ihr ein Instrument wegschmeißt, gebt es runter, dann werden wir es zum Ausschlachten nehmen“. Er habe im Internet die Suche gestartet, um Ähnliches zu finden – die Antwort sei „Nein“ gewesen.

Nach zahlreichen Gesprächen und der Frage, wie die Idee umgesetzt werden könne, habe er Andreas Wolber das Instrument gebracht. Dieser besorgte sich Holz als Rohling und setzte mit der Motorsäge die Idee in zwei Tagen um. Das Bier läuft nun durch den Zapfhahn am Instrument, den Andreas Wolber von seinem Arbeitgeber, einer Brauerei, besorgte. Natürlich würden die Hygienevorschriften eingehalten. Das Getränk an sich komme nie mit dem Blech in Berührung, versichern Zumkeller und Wolber.

Die Hygiene stimmt

Denn der Zapfhahn ist durch einen sauberen Schlauch mit dem Bierfass verbunden. Die Vorstellung von Martin Zumkeller, dass Weizenbier, Pils und Radler darüber hinaus wahlweise aus den drei Tasten fließen könnten, müsse noch verwirklicht werden. Pläne habe er jedenfalls noch genügend. Ihm schwebe auch vor, „Korn vom Horn“ anzubieten, sagt Martin Zumkeller.