Lauchringen Bereits 2016 beschloss die Gemeinde Lauchringen in einem Klimaschutzprogramm 30 lokale Klimaschutzmaßnahmen, die nach wie vor Zielvorgabe für alltägliche kommunalpolitische Entscheidungen sind. In den Bereichen Energieeffizienz und Energieeinsparung, Förderung erneuerbarer Energien und Mobilität setzte die Verwaltung laut Mitteilung konkrete Sofortmaßnahmen um, wie die Einrichtung von mehreren Elektrotankstellen und einer Carsharing-Station („Regiomobil“). An Schulen und Kindertagesstätten wurden Energiesparprojekte durchgeführt und in „Energiewerkstätten“ brachten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger zum Thema Energieversorgung ein. 2017 gründeten für den Klimaschutz sensibilisierte Personen den „Klimabeirat“, der Klimaschutz vor Ort umsetzt.
2024 wurde eine weitere bedeutsame Klimaschutzaktivität in Angriff genommen, die Erhöhung der Klimawirksamkeit einer 5,1 Hektar großen Freifläche am südwestlichen Ortsrand von (Unter-)Lauchringen, die unmittelbar an das Lauffenmühleareal grenzt. In einem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb überzeugte der Entwurf der K9-Architekten und Landschaftsarchitekten AG Freiraum (beide aus Freiburg), der für die Freifläche die Entwicklung zum „Landschaftspark Riedwiesen“ vorsah. Mit dem Siegerentwurf stellte die Gemeinde einen Förderantrag beim Bundesministerium Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, der Zuschussbescheid über 2.580.000 Euro kam im Oktober 2024.
Das Projekt ist Teil des Aktionsprogrammes „Natürlicher Klimaschutz in kommunalen Gebieten im ländlichen Raum“ (ANK-LK). Es wird von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (Zug) als Projektträgerin durchgeführt. In das Aktionsprogramm wurden bundesweit lediglich 122 kommunale Projekte, davon zehn aus Baden-Württemberg, durch den Haushaltsausschuss des Bundestages aufgenommen.
Mit der Planung und Durchführung ist eine Arbeitsgemeinschaft von Landschaftsarchitekten (AG Freiraum, Freiburg, sowie Burkhard-Sandler, Hohentengen) beauftragt. Die Koordination seitens der Gemeinde Lauchringen übernehmen Bürgermeister Thomas Schäuble und Silvia Rutschmann, Landschaftsarchitektin im Bauamt.
Derzeit nimmt das Projekt an Fahrt auf, heißt es in der Mitteilung weiter: Die Planung des Förderantrags wird mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt und weiterentwickelt. Im Spätsommer soll in einer Bürgerinformationsveranstaltung der Masterplan vorgestellt und gemeinsam mit der Bürgerschaft erörtert werden, welche Möglichkeiten der Beteiligung bestehen und um das Mitwirken der Bevölkerung geworben werden. Förderstelle, Planer und Gemeinde wünschen sich gemeinsame Planungs-, Bau- und Pflegeaktionen und nach Fertigstellung des Landschaftsparks weiterführende Angebote wie Schnittkurse, Saftpressen oder Führungen, sodass sich Jung und Alt dauerhaft mit dem Riedwiesenpark verbunden fühlen und sich engagieren.
Die aufzuwertende Freifläche liegt südöstlich des ehemaligen „Lauffenmühleareal“ an der Wutach. Sie wird gegenwärtig überwiegend landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzt und ist bereichsweise versiegelt. Das Projekt sieht klimawirksame Maßnahmen vor. Es werden Flächen entsiegelt, Verbauungen an Gewässern entfernt, Uferabschnitte der Wutach und vorhandene Bäche renaturiert, Auenbereiche wiedervernässt, Wiesen hinsichtlich ihres Artenreichtums entwickelt und zahlreiche Bäume und Sträucher gepflanzt.
Die Maßnahmen sollen die Artenvielfalt sowie die Lebensqualität für die Bevölkerung erhöhen. Die Fläche wird schon heute rege für die Naherholung genutzt. Durch die geplante Entwicklung des angrenzenden Lauffenmühleareals zu einem Wohnquartier gewinnen die Riedwiesen künftig an Bedeutung für das wohnortnahe Naturerleben. Um die Attraktivität der Fläche für die Lauchringer zu erhöhen, sind der Bau eines Landschaftsspielplatzes, eine Panoramaschaukel, Aufenthaltsbereiche in der Nähe zum Wasser und Bildungsangebote geplant. Störungen der Natur sollen durch Besucherlenkung vermieden werden. (pm/wex)