Cindy Stelzer begeisterte erneut mit ihrer Sopranstimme bei den Freilichtspielen ‚Die Schwarze Rose‘ in Riedern am Wald. Musik ist ihr in die Wiege gelegt. Auf Nachfrage, woher sie das musikalische Talent geerbt habe, meint ihre Mutter Katja Fechtig: „Kein Wunder – der Vater Dieter Hinze war Musiker.“

Cindy Stelzer wirkte bei den Freilichtspielen „Die Schwarze Rose“ als Sängerin und Schauspielerin mit. Hier eine Szene „Waldshuter Chilbi“.
Cindy Stelzer wirkte bei den Freilichtspielen „Die Schwarze Rose“ als Sängerin und Schauspielerin mit. Hier eine Szene „Waldshuter Chilbi“. | Bild: Iris Blümling

Viele erinnern sich an dessen Band, die in der Georgsklause in Höchenschwand zum Tanz aufspielte. Als sich die Eltern trennten, war Cindy Stelzer vier Jahre alt. Aus Erzählungen weiß sie, dass der Papa gern mit ihr gesungen habe. Von diesem Gesang im Duett besitzt sie noch eine Musikkassette mit Weihnachtsliedern, die Kassette bedeutet für sie eine schöne Kindheitserinnerung.

Sie sang im Grundschulchor und lernte mit elf Jahren Gitarre spielen. Eine Gitarristin gab ihr extra Unterricht, da sie damals die Einzige für den Anfängerkurs war. Mit Üben und Talent schaffte Cindy Stelzer es, bald bei den Großen aufgenommen zu werden.

In ihrem damaligen Wohnort Dachsberg-Wittenschwand kam sie zum Kirchenchor. Auf Bitten von Chormitgliedern wollte sie erst einmal nur „schnuppern“. Doch der Dirigent, Andreas Koubik, verstand es, sie zu begeistern. Er habe oft Neues gewagt und wählte Liedgut, das ihr gefiel. Sein besonderes Gespür für Stimmen und Gesang war toll, meint Cindy Stelzer.

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Andreas Koubik habe sie völlig überrascht, als er sie für Soloparts einsetzte. „Mir war nicht bewusst, dass meine Stimme dafür geeignet war“, erzählt die heute 45-Jährige. 20 Jahre blieb sie dem Chor treu, auch als sie mit den beiden Kindern, Luca und Leah nach St. Blasien zog. Seit 2018 lebt sie mit Andreas Baschnagel und Kater „Keks“ in Buggenried, die Kinder sind bereits erwachsen und selbstständig.

Seit dem vergangenen Jahr singt sie als Sopranistin im Liederkranz Grafenhausen. Besondere Freude mache ihr, im Duett mit Tochter Leah zweistimmig bei besonderen Festen zu singen. So tritt das Mutter-Tochter-Duett beispielsweise auch bei Taufen und Hochzeiten mit Gitarrenbegleitung auf. Sie genieße auch gelegentliche Auftritte mit Andreas Baschnagel und seiner Akkordeonbegleitung.

Cindy Stelzer ist in Ühlingen-Birkendorf keine Unbekannte. Bereits seit dem Jahr 2019 gehört sie zum Ensemble der Freilichtspiele. Der Kontakt zum Theaterverein entstand durch ihren Lebensgefährten. Der Theaterverein suchte einen guten Akkordeonspieler. Wolfgang Böhler gewann Andreas Baschnagel für die musikalische Begleitung einiger Szenen.

Bei den Freilichtspielen „Die Schwarze Rose“ sang sie unter anderem mit Akkordeonbegleitung an der Seite ihres Lebensgefährten Andreas ...
Bei den Freilichtspielen „Die Schwarze Rose“ sang sie unter anderem mit Akkordeonbegleitung an der Seite ihres Lebensgefährten Andreas Baschnagel. | Bild: Thomas Schulter

Und so entschloss sich Cindy Stelzer, als Sängerin ebenfalls bei den Freilichtspielen ‚Zwischen den Welten„ – damals noch unter der musikalischen Leitung von Melanie Staller – mitzumachen. Dieses Jahr leitete Josef Kraft das Musikensemble. „Wir haben uns prima verstanden und hatten viel Spaß“, sagt die Sopranistin. Besonders bekannte Lieder wie beispielsweise „Nun nimm denn meine Hände“, „Freude schöner Götterfunke“, „Amazing Grace“ und „Wie groß bist du“ kamen beim Publikum gut an.

Solo am Bug des Theaterschiffs

Den eindrücklichsten Moment all ihrer Soli aber war im Jahr 2022 am Bug des Theaterschiffs. Blitz, Donner und Regen brachen gegen Ende der Vorstellung aus. Kurzes Zögern – dann: „Augen zu und durch, selbst wenn mich der Blitz trifft!“ Cindy Stelzer trat an den Schiffsbug und sang inbrünstig das „Ave Maria“, während der Regen ins Gesicht prasselte.

Unbeirrt sang sie ihren Part zu Ende, den sie gut eingeübt und auf den sie sich so gefreut hatte.

Von oben beobachtete sie, wie Sozialminister Manne Lucha, der mit Begleitern im Publikum saß, fluchtartig die Tribüne verließ. Als der letzte Ton verklungen war, wurde sie – durchnässt bis auf die Haut – vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt. Die meisten der Zuschauer waren tatsächlich geblieben. Die Szene hatte etwas Mystisches und sie bleibt für Cindy Stelzer ein unvergessliches Erlebnis.

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Etwas Besonderes in einer Gemeinschaft

Mit der Aufführung der Freilichtspiele am 10. August ging eine intensive Vorbereitungs- und Probenzeit in der Theaterfamilie zu Ende. „Cindy ist nicht nur musikalisch gesegnet, sie überzeugt auch mit Schauspieltalent, Zuverlässigkeit und Empathie“, lobt die Regisseurin Corinna Vogt.

Die Freilichtspiele sind zu Ende. Cindy Stelzer wirkte mit.
Die Freilichtspiele sind zu Ende. Cindy Stelzer wirkte mit. | Bild: Thomas Schulter

Für Cindy Stelzer war die Gemeinschaft mit den vielen Menschen etwas Besonderes. Andere Interessen wurden hinten angestellt. Jetzt aber sei erst mal Zeit für eine Theater-Pause, so Cindy Stelzer.