Grafenhausen Um die Trinkwasserversorgung in Staufen/Bulgenbach zu sichern, ist ein Hochbehälter geplant, der auf dem Staufenkopf entstehen könnte. Mit dieser Standortwahl könnte der Schluchseer Ortsteil Schönenbach mitversorgt werden. Ingenieur Hans-Jörg Meier stellte dem Gemeinderat Grafenhausen das landkreisübergreifende Projekt vor. Im Herbst soll nach einstimmigem Beschluss des Gremiums ein Zuschussantrag gestellt werden. Die geschätzten Kosten liegen bei rund zwei Millionen Euro.
Wie Bürgermeister Christian Behringer informierte, habe die Gemeinde zumindest in Teilbereichen für einen geplanten Hochbehälter bereits Zuschüsse erhalten. Zu dieser Zeit war noch ein Hochbehälter unterhalb des Staufenkopfs nur für Staufen geplant. „In Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Hunziker hat ein Diskussionsprozess ergeben, dass es sinnvoll erscheint, die Pläne zu ändern, um mit dem Projekt auch den Ortsteil Schönenbach im Nachbarlandkreis mit Trinkwasser zu versorgen“, erläuterte der Rathauschef. In den beiden kleinen Ortschaften seien die benötigten Wassermengen nahezu identisch. Im Jahresmittel sind dies in Schönenbach 5966¦Kubikmeter (126¦Einwohner) und in Staufen/Bulgenbach 6190¦Kubikmeter (217¦Einwohner).
Im geplanten Hochbehälter sollen zwei Wasserkammern mit je 73,5¦Kubikmetern Fassungsvermögen integriert werden. Die Vorteile liegen nach Angaben von Ingenieur Meier auf der Hand. So könne das Wasser auf dem Staufenkopf zentral aufbereitet werden. Damit könnte der Hochbehälter in Schönenbach komplett entfallen. Durch diese strukturverbessernde Maßnahme würde sich eine Betriebsoptimierung ergeben und die Unterhaltskosten reduzieren. Hinzu komme eine Leistungserhöhung der Pumpwerke Schönenbach und Bergquelle in Staufen.
Dank der zentralen Lage auf dem Staufenkopf sei eine sternförmige Wasserverteilung möglich, so Behringer. Nach dieser Baumaßnahme könnte nach den Worten des Staufener Ortsvorstehers Peter Morath endlich wieder Wasser der Staufenquelle genutzt werden, weil dieses dann durch eine Entsäuerungsanlage laufen könne. Bei den bisherigen Planungen war von getrennten Hochbehältern ausgegangen worden. „Jeder Ortsteil bereitet dabei sein Wasser selbst auf“, erklärte Ingenieur Meier. Die im Vorfeld berechneten Kosten lagen bei rund 2,2¦Millionen Euro. Davon entfielen etwa 1,2¦Millionen Euro auf Grafenhausen und 990.000¦Euro auf Schluchsee. Bei der nun favorisierten interkommunalen Variante belaufen sich die Gesamtkosten auf 2,072¦Millionen Euro. Davon entfallen knapp 1,1¦Millionen Euro auf Schluchsee und knapp eine Million Euro auf Grafenhausen. Behringer geht von einem Fördersatz von 80¦Prozent aus. Ohne die Nachbargemeinde mit ins Boot zu nehmen, mache das Projekt keinen Sinn. Der Rathauschef rief auch den Klimawandel mit einer steigenden Wasserknappheit, in Erinnerung.